Gesunde Arbeit

Sicher und gesund im Auslandseinsatz

Wie können ArbeitnehmerInnen gut auf Entsendungen ins Ausland vorbereitet werden? Über das Modell der PORR AG berichtet Peter Grandits, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats.
Peter Grandits, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der PORR AG Peter Grandits: „Auslandseinsätze erfordern eine gute Vorbereitung.“

Die PORR AG entsendet vor allem BauleiterInnen, PolierInnen und kaufmännische Angestellte, fallweise auch Tunnelbau-SpezialistInnen. Meist wird der Arbeitsort für maximal 100 Tage ins Ausland verlegt. Bei Großbaustellen kann sich der Aufenthalt über mehrere Jahre erstrecken. Dazu zählen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ oder der Bau einer U-Bahn-Linie und eines Stadions für die Fußball-WM 2022 in Katar. Entsendungen innerhalb der Europäischen Union, z. B. nach Rumänien, Polen oder Deutschland, gestalten sich laut Grandits recht unspektakulär. Mit größeren kulturellen Unterschieden wird konfrontiert, wer nach Katar entsendet wird.

Kulturschock vermeiden
Der Konzern setzt auf akribische Vorbereitung. Eine eigene Abteilung betreut den gesamten Entsendeprozess bis zur Wiedereingliederung. EntsendekoordinatorInnen im Heimatland halten den Kontakt zu den sogenannten Expats. Vor Ort unterstützen AnsprechpartnerInnen (Buddies) bei der Orientierung im neuen Umfeld. Vorab wird mit Merkblättern und Schulungen informiert. Dabei geht es nicht nur um Fragen zu Steuern, Sozialversicherung oder Arbeitsgenehmigung. Ein Auslandsaufenthalt bietet die Chance, eine andere Kultur kennenzulernen und den Horizont zu erweitern. Um einem Kulturschock vorzubeugen, werden lokale Gebräuche und Rechtsvorschriften vermittelt. Interkulturelle Schulungen bis hin zur Beratung durch einen Spezialisten für den arabischen Raum werden angeboten. Arbeitssprache auf den Baustellen ist Englisch. Nur in Norwegen ist Norwegisch erforderlich, wofür das Unternehmen Sprachkurse organisiert.

Sicherheit und Gesundheit
ArbeitnehmerInnenschutz wird im Inland wie im Ausland großgeschrieben. Auf PORR-Baustellen in Katar sind die Sicherheitsstandards auf österreichischem Niveau, mit eigener Arbeitsmedizin vor Ort. Das Wüstenklima mit bis zu 45 Grad Celsius beeinträchtigt naturgemäß die Leistungsfähigkeit. Der Hitze wird mit ausreichend Pausen begegnet. Eigene Wasserträger verteilen ganztags Trinkwasser auf der Baustelle. UV-Schutzmittel und umfassende Impfungen durch die Arbeitsmedizin sind selbstverständlich, übrigens auch für ArbeitnehmerInnen in Österreich. Für ernste Erkrankungen im Ausland gibt es einen Notfallplan samt Rückholung.

Und wie geht es jenen, die im Ausland waren? Grandits berichtet von zufriedenen KollegInnen, die für ihre Flexibilität auch großzügig entlohnt werden. Sie würden sich gut auf den Auslandseinsatz einstellen. Damit das Heimweh nicht zu groß wird, gibt es kostenlose Heimflüge. Und bei längeren Aufenthalten kann die Familie mitkommen.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Eine Initiative von ÖGB und ÖGB © 2018