Gesunde Arbeit

Arbeiten in der Zukunft: Mensch mit Roboter

Enge Interaktion zwischen Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkten: Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits Realität und nennt sich Industrie 4.0. Was uns erwartet, wenn die Industrie 4.0 durchstartet, beantwortet Dr. Ortrud Gräf, leitende Arbeitsmedizinerin am AMD Salzburg – Zentrum für gesundes Arbeiten, im Interview.
Dr. Ortrud Gräf, leitende Arbeitsmedizinerin im AMD Salzburg Dr. Ortrud Gräf, leitende Arbeitsmedizinerin im AMD Salzburg.

Was bedeutet Industrie 4.0 für die Zukunft der Arbeit?
Gräf: Industrie 4.0 bedeutet, dass sämtliche Produktionsabläufe und die darin eingesetzten Produkte digital miteinander vernetzt sind. Zu erwarten sind Veränderungen, z. B. Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, Erfordernis zur Weiterbildung im Umgang mit der Technik und eine immer weiter steigende Leistungsfähigkeit.

Ändert sich unser Arbeitsrhythmus?
Gräf: Der Rhythmus ändert sich, denn eine Maschine kann immer arbeiten. Es kommt zur zeitlichen und räumlichen Flexibilisierung. Die Arbeitszeiten verlängern sich und die Anforderungen an das individuelle Zeitmanagement werden steigen. Zudem wird noch stärkere Mobilität gefordert. Das bedeutet für die einen mehr Freiheit, für die anderen einen Verlust von Sicherheit und ein neues Verständnis von Work-Life-Balance.

Wie wirkt sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter aus?
Gräf: Der Roboter ist immer schneller. So kann es auch zur stärkeren Verdichtung der Arbeit kommen. Daher ist es notwendig, entsprechende Schutzziele unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips zu erarbeiten. Es müssen Sicherheitsanforderungen für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter definiert sein. Beispielsweise realistische Grenzwerte für den direkten Kontakt zwischen Mensch und Roboter, der maximale Einsatz von Robotergeschwindigkeit oder die minimal zulässigen Abstände zwischen Mensch und Roboter.

Die Rolle des Arbeitsschutzes in der vierten industriellen Revolution?
Gräf: Die Arbeit war immer schon einem Wandel unterworfen. Anders als in der ersten industriellen Revolution, im 18. Jahrhundert, stehen nicht mehr nur körperliche Beschwerden im Fokus. Heute bedeutet Gefährdungsbeurteilung viel mehr – beispielsweise flexiblere Arbeitszeit und stärkere Mobilität –, und das erfordert auch eine Beurteilung psychischer Belastungen. Die Aufgabe, am Puls von gesellschaftlichen Entwicklungen zu sein, übernimmt der AMD Salzburg – Zentrum für gesundes Arbeiten im Auftrag der Sozialpartner. So auch mit den aktuellen Förderprogramm der Evaluierung psychischer Belastungen.

Kontakt
AVOS Prävention & Gesundheitsförderung
AMD Salzburg – Zentrum für gesundes Arbeiten

Elisabethstraße 2, 5020 Salzburg
Tel.: +43 662/88 75 88-17
Fax: +43 662/88 75 88-16
E-Mail: suntinger@amd-sbg.at
www.amd-sbg.at

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