Gesunde Arbeit

Schluss mit der Unsichtbarkeit!

Rund 40.000 Menschen in Österreich sind in der Reinigungsbranche beschäftigt. Sie leisten wertvolle Arbeit und verdienen dafür deutlich mehr Respekt und bessere Arbeitsbedingungen.
Symbolfoto für eine Reinigungskraft in der Reinigungsbranche Reinigungskräfte verdienen mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen.

Hand aufs Herz – kennen Sie Ihre Reinigungskraft? Jene Frau oder jenen Mann, die oder der Ihr Büro, Ihr Spitalszimmer, Ihren Supermarkt oder Ihre Werkstatt reinigt? Die meisten werden diese Frage wohl mit Nein beantworten. Man nimmt sie kaum wahr und man weiß nicht viel über sie. Monika Rosensteiner, Vorsitzende des Fachbereichs Gebäudemanagement in der Gewerkschaft vida, kennt das Problem: „Wir wissen, dass sich viele KollegInnen alleingelassen fühlen. Ihre Arbeit ist oft unsichtbar, weil sie in der Regel an den Tagesrändern, also am frühen Morgen oder späten Abend, arbeiten. Reinigung muss endlich sichtbarer werden. Wird tagsüber gereinigt, bekommen die KollegInnen durch ihre Anwesenheit einen Namen und ein Gesicht.“

Anerkennung steigert Motivation
Rund 70 Prozent der Beschäftigten in der Reinigungsbranche sind Frauen. Viele leiden unter denselben Problemen: geteilte Dienste (bei Teilzeitarbeit in der Regel 15 bis 25 Wochenstunden), dadurch zweimal Anfahrt, Arbeitszeiten am Tagesrand, keine Kinderbetreuung. Geht es nach der Gewerkschaft vida, soll sich das ändern. Immerhin wünschen sich laut einer IFES-, AK- und vida-Untersuchung sieben von zehn Beschäftigten Tagesarbeitszeit zwischen acht und 18 Uhr. Die Vorteile liegen für Ursula Woditschka, Sekretärin des Fachbereichs Gebäudemanagement in der Gewerkschaft vida, auf der Hand: „Die ReinigerInnen wären dann Teil eines Teams. Das fördert die Motivation. Zudem könnten viele endlich ein normales Familienleben führen, hätten also mehr Zeit für ihre PartnerInnen und Kinder.“

Körperlich fordernd
Nicht nur die Arbeitszeiten stellen die Reinigungskräfte vor Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten fühlt sich laut Studie durch anstrengende körperliche Tätigkeit stark oder sehr stark belastet. Ein Drittel glaubt, den Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Pension ausüben zu können. „Den hohen körperlichen Belastungen muss mit einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit entgegengewirkt werden. Statt regelmäßige Über- und Mehrstunden von Beschäftigten zu verlangen, sollen Teilzeitkräfte voll beschäftigt werden“, fordert Rosensteiner.

Wertvoll, aber wenig geschätzt
Es fällt kaum jemandem auf, wenn Reinigungskräfte da sind. Aber wenn sie einmal nicht da sind, merkt das jeder sofort: „Sie liefern wertvolle, aber viel zu wenig geschätzte Arbeit. Wenn nicht gereinigt wird, sitzen wir alle im Dreck, egal ob im Wohnhaus oder im Büro. vida setzt sich weiter dafür ein, dass die Beschäftigten bestmögliche Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Bezahlung bekommen“, so die Gewerkschafterinnen abschließend.

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