Gesunde Arbeit

Flexibel genug für Beruf und Familie?

Wie flexibel müssen ArbeitnehmerInnen sein, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen? Welche Auswirkungen bringt die viel zitierte flexible Arbeitswelt? Ist nun alles einfacher, weil Mann und Frau sich die Arbeit selbst einteilen können?
Cartoon zu flexibler Arbeitszeit: Flexibel genug für Beruf und Familie? Zur Großansicht bitte auf den Cartoon klicken!

Sicherheitsvertrauenspersonen sind Informationsdrehscheiben im Betrieb. Im Zuge der Arbeiterkammer-Kurse gibt es immer wieder rege Diskussionen über betriebliche Erfahrungen. Im Zusammenhang mit psychischen Belastungen ist auch flexible Arbeitszeit ein Dauerthema. Besonders zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zur ständigen Erreichbarkeit bringen viele TeilnehmerInnen Erfahrungen mit.

Hürden zwischen Beruf und Familie
Den ersten Flexibilitätstest stellen die Rückkehr in den Job und der Start im Kindergarten dar. Während die Elternteile rasch in den Betrieb zurückkehren wollen oder müssen, gilt es, ein passendes Betreuungsangebot zu finden. Gibt es starre Arbeitszeiten, z. B. keine Gleitzeit, beginnt der tägliche Kampf gegen die Uhr für die meisten Eltern bereits frühmorgens. Bei einer Tagesarbeitszeit von 8 Stunden ergibt sich mit Anfahrtszeiten für das Kind mindestens ein 9-Stunden-Tag in Betreuung. Die einzige Lösung bleibt hier meist nur die Teilzeitarbeit eines Elternteiles. Immer öfter jedoch verdrängen kurzfristige berufliche Termine und zusätzliche Arbeiten die Familienaktivitäten. Betriebe fordern von ArbeitnehmerInnen Flexibilität und meinen damit ständige Erreichbarkeit. Mobiltelefone und Tablets sorgen immer öfter dafür, dass auch während der Familienzeiten dringende Telefonate geführt und E-Mails abgearbeitet werden „können“. Die Entgrenzung der Arbeitszeit ist mittlerweile auch im Familienleben (am Spielplatz, im Kinderzimmer, am Wochenende usw.) angekommen.

Gestaltungsmöglichkeiten
Möglichkeiten für Väter (Papamonat, Elternteilzeit, Karenz) sorgen dafür, dass die Betreuung der Kinder auf beide Elternteile aufgeteilt werden kann. Besonders positiv wird das Angebot eines Betriebskindergartens gesehen. Einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung und der Anpassung der Arbeitszeit kommt dabei besondere Bedeutung zu. Bewährt haben sich Betriebsvereinbarungen, welche diese Möglichkeiten sicherstellen. Bei Homeoffice und der Nutzung von Diensthandys und Tablets gilt es jedoch, sorgfältig den Rahmen abzustecken.

Fazit
Während es immer üblicher wird, dass beide Elternteile sich gleichberechtigt um die Erziehung der Kinder kümmern, fehlen in den Betrieben oftmals die Rahmenbedingungen und das Verständnis für flexiblere Arbeitszeiten im Sinne der Beschäftigten. Hier gilt es, durch betriebliche Mitbestimmung weiter am Ball zu bleiben und die Flexibilisierung der Arbeitszeit zum Wohle der ArbeitnehmerInnen zu gestalten.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Eine Initiative von ÖGB und ÖGB © 2017