Gesunde Arbeit

Rauchen am Arbeitsplatz

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Nichtraucher vor der Einwirkung von Tabakrauch geschützt werden (§ 30 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz: Nichtraucherschutz). Das Rauchen ist verboten, wenn mindestens ein Raucher und ein Nichtraucher gemeinsam in einem Büroraum oder vergleichbaren Arbeitsraum arbeiten. Vergleichbare Arbeitsräume und Tätigkeiten sind beispielsweise Meisterkojen, Lager, Qualitätssicherung, Programmierung, Fein- und Elektrotechnik, Uhrmacher und Optiker.

Weiters gelten arbeitnehmerschutzrechtliche Rauchverbote in Sanitätsräumen und Umkleideräumen, bei Brand- oder Explosionsgefahr sowie allenfalls aus produktionstechnischen bzw. hygienischen Gründen (z.B. bei der Herstellung von Lebensmitteln, in Reinräumen, ...). Nach dem Mutterschutzgesetz (§ 4 Abs. 6) müssen werdende Mütter vor der Einwirkung von Tabakrauch speziell geschützt werden.

Auch in Aufenthalts- und Bereitschaftsräumen ist der Nichtraucher vor der Einwirkung von Tabakrauch zu schützen. Der wirkungsvollste Schutz ist das Rauchverbot. Allenfalls möglich ist die räumliche Trennung oder zeitlich getrennte Nutzung der Aufenthalts- und Bereitschaftsräume durch Nichtraucher und Raucher.

Hierzu ist festzuhalten, dass auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse ein sechsfacher Mindest-Außenluftvolumenstrom in Räumen mit Raucherlaubnis notwendig ist, um annähernd gleiche hygienische Verhältnisse zu erreichen. In der Praxis wird eine Versechsfachung des Luftwechsels kaum möglich sein, weil dann Zugluft auftritt und die maximal erlaubte Luftgeschwindigkeit von 0,1 m/Sekunde bei sitzender Tätigkeit und von 0,2 m/Sekunde bei Arbeiten im Stehen deutlich überschritten wird.


Wo besteht noch Raucherlaubnis?
Bei Einhaltung von ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und Tabakgesetz besteht am Arbeitsplatz nur noch Raucherlaubnis,

  • wenn ein Arbeitnehmer allein in seinem Einzelbüro ohne Kunden- bzw. Parteienverkehr bei geschlossener Tür arbeitet, oder
  • wenn es sich um typische Werks- bzw. Fabrikshallen handelt, und keine brand- oder explosionsgefährlichen Arbeitsstoffe verwendet werden bzw. keine produktionsbedingten Hinderungsgründe vorliegen, oder
  • bei Anwendung einer Ausnahmebestimmung in der Gastronomie (§ 13a Abs. 2 und 3 Tabakgesetz), oder
  • wenn ausschließlich Raucher in ihrem Arbeitsraum ohne Kunden- bzw. Parteienverkehr tätig sind.

Betriebsvereinbarung
Mit erzwingbarer Betriebsvereinbarung können beispielsweise näher geregelt werden:

  • die örtliche bzw. räumliche Festlegung der Raucherräume und deren Gestaltung,
  • die Häufigkeit und die Dauer der Rauchpausen und
  • bei Vorliegen sachlicher Gründe allenfalls weiterführende Rauchverbote.

Die Rechtsgrundlage für diese Betriebsvereinbarung ist § 97 Abs. 1 Z 1 Arbeitsverfassungsgesetz, wonach zur Festlegung allgemeiner Ordnungsvorschriften, die das Verhalten der Arbeitnehmer im Betrieb regeln, eine erzwingbare Betriebsvereinbarung abgeschlossen werden kann.

Ziel sollte es sein, NichtraucherInnen vor der Einwirkung von Tabakrauch zu schützen und gleichzeitig auch die RaucherInnen über die verhängnisvollen Folgen ihrer Nikotinsucht so aufzuklären, dass sie die Notwendigkeit eines Rauchverbotes verstehen und akzeptieren.

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