Gesunde Arbeit

Schichtarbeit

Schichtarbeit liegt dann vor, wenn an einem Arbeitstag mehrere ArbeitnehmerInnen an einem Arbeitsplatz eingeteilt sind. Es gibt sehr viele unterschiedliche Formen von Schichtarbeit und viele kollektivvertraglichen Sonderregelungen – daher gilt: Immer von der zuständigen Gewerkschaft beraten lassen!

Zahlen, Daten, Fakten

  • 17,8% der unselbständig Beschäftigten in Österreich gehen einer Schichtarbeit nach, davon sind 58% Männer und 42% Frauen.
  • Im EU-Vergleich liegt Österreich bei allen Formen der Schichtarbeit über dem EU-25-Durchschnitt: Bei Schichtarbeit allgemein (EU-25: 15%) sowie bei Samstagsarbeit, Sonntagsschichten und Nachtschichten.

Schichtarbeit ist in vielen unterschiedlichen Branchen und Berufen zu finden, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, in der Gastronomie, in Metall- und Chemiebetrieben, sowie in der Medienbranche, im öffentlichen Verkehr und im Notrufbereich (Polizei, Rettung, Feuerwehr).

Vor- und Nachteile der Schichtarbeit aus Sicht der Betroffenen

Als Vorteile werden häufig das bessere Einkommen, längere Freizeitblöcke und die bequeme Erledigung von Amts- und Arztwegen genannt. Nachteilig empfunden werden hingegen Schlafschwierigkeiten, die eingeschränkte Weiterbildungsmöglichkeit und das erschwerte Familien- und Sozialleben durch unregelmäßige Arbeitsrhythmen.

Gesundheitliche Auswirkungen von Schichtarbeit

Der Mensch ist ein tagaktives Wesen. Im Gegensatz zu Tieren kann der Mensch aber sein Naturell überwinden und auch nachts arbeiten und am Tag schlafen. Damit arbeitet der Mensch aber gegen die biologische Uhr und muss dadurch mit einer niedrigeren Körpertemperatur, geringerer Herztätigkeit, sinkender Atmungsfrequenz und reduzierter Verdauungstätigkeit leben. Die häufigsten Beschwerden von SchichtarbeiterInnen sind Schlafprobleme und Appetit- und Verdauungsstörungen. Bei Frauen wurde ein erhöhtes Brustkrebsrisiko und vermehrt Fehlgeburten festgestellt. Aufgrund der Schlafstörungen greifen SchichtarbeiterInnen  häufiger zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln, die bei längerer Einnahme die psychische Gesundheit belasten.

Tipps für die Schichtplangestaltung:

  • Begleitende arbeitsmedizinische Betreuung mit regelmäßigen Untersuchungen
  • Einbeziehung der Betroffenen in die Schichtplanentwicklung
  • Schichtfolgen rechtzeitig bekannt geben und kurzfristige Änderungen vermeiden
  • Besondere Bedachtnahme auf ältere ArbeitnehmerInnen
  • Vorrollierende Schichtpläne ausarbeiten
  • Kurze Erholungsphasen einplanen (eventuell mit einer Betriebsvereinbarung)
  • Pausenregelungen an den Tagesrhythmus anpassen
  • Möglichkeiten der adäquaten Essenszubereitung und –einnahme (warme Mahlzeiten in ansprechende Aufenthaltsräumen)
  • Licht und Klima den Leistungsverlauf während der Nachtschicht anpassen
  • Ausschlafzimmer, um Wegunfällen bei weiten Heimwegen vorzubeugen
  • An- und Abfahrt zum Schichtdienst organisieren (z.B. Bustransfer)
  • Weiterbildungsmöglichkeiten gewährleisten (z.B. auch zum Thema Entspannung und Stressbewältigung)
  • Sensibilisierung über die Gefahren und Auswirkungen der Schichtarbeit
  • Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Schichtarbeit bieten

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Eine Initiative von ÖGB und ÖGB © 2016