Gesunde Arbeit

Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Gemeinsam gegen Stress!

Die Europäische Woche 2015 für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, ein Höhepunkt der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen“, beginnt am 19. Oktober. Die Veranstaltungen im Rahmen dieser Europäischen Woche finden über ganz Europa verteilt statt und beleuchten die Themen Stress und psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz. Ziel der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) und ihres Partnernetzwerks ist es, europaweit Diskussionen über die gemeinsame Bewältigung dieser Risiken anzustoßen. Die österreichische Abschlussveranstaltung zur Kampagne findet am 22. Oktober 2015 in Wien statt.

Das Netzwerk nationaler Focal Points der EU-OSHA ist Gastgeber einer Vielzahl von Veranstaltungen, die in über 30 Ländern organisiert werden, um auf die Botschaften der Kampagne aufmerksam zu machen. Unter anderem werden folgende Themen behandelt: Stress und psychosoziale Risiken im Zusammenhang mit der Arbeitszeit; ein neues Protokoll für Mobbing und Belästigung; Bewertung psychosozialer Risiken in kleinen Unternehmen; und die Zusammenarbeit zwischen Arbeitsschutzinstitutionen, dem Bildungssektor und Unternehmen beim Umgang mit psychosozialen Risiken. Konferenzen zur Vorstellung der Aktivitäten, die im Laufe der zweijährigen Kampagne durchgeführt wurden, sind in Österreich, Belgien, Ungarn, Spanien und Schweden vorgesehen.

Auch die offiziellen Kampagnenpartner der EU-OSHA planen Aktivitäten: Das Europäische Netzwerk gegen Arbeitsrisiken (European Work Hazards Network, EWHN) beispielsweise richtet eine Abschlussveranstaltung in Italien aus, in der über Erfahrungen und bewährte Verfahrensweisen aus Italien diskutiert und erörtert werden soll, wie die Risiken auf europäischer Ebene vermieden, bewertet und bewältigt werden können; das deutsche Unternehmen B-A-D, das Dienstleistungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz anbietet, wird Gastgeber einer Konferenz über die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sein, und der Verband der europäischen Ergonomieunternehmen (Federation of European Ergonomics Societies, FEES) wird seinen Europäischen Monat der Ergonomie unter das Motto „Durch Ergonomie arbeitsbedingten Stress bewältigen“ stellen. Im Mittelpunkt wird der Arbeitsplatz stehen, insbesondere Arbeitsplatzgestaltung, Risikobewertungen und diesbezügliche Maßnahmen sowie zwischenmenschliche Probleme wie Mobbing und Belästigung.

Die diesjährige Europäische Woche greift den Slogan „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen“ wieder auf und wirft zudem ein Schlaglicht auf zwei spezifische Probleme: sexuelle Belästigung und Gewalt durch Dritte, zu denen zwei neue Informationsgrafiken erstellt wurden. In der ersten Infografik wird erklärt, was unter sexueller Belästigung zu verstehen ist; hier sind auch die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer und Maßnahmen angegeben, die Unternehmen ergreifen können, um mit diesem Problem umzugehen. In der zweiten Infografik wird das Problem „Gewalt durch Dritte“, das häufigste psychosoziale Risiko in europäischen Unternehmen, geschildert und aufgezeigt, welcher Personenkreis am stärksten betroffen ist, welche Berufe gefährdet sind und wie sich dieses Phänomen auf die Arbeitnehmer auswirkt.

Die Direktorin der EU-OSHA Dr. Christa Sedlatschek erläutert dazu: „Obwohl Gewalt potenziell an jedem Arbeitsplatz auftreten und jeden Arbeitnehmer betreffen kann, gibt es bestimmte Arbeitsmerkmale, die diese Risiken erhöhen. Bei Arbeit, die den persönlichen Kontakt mit Klienten, Kunden oder sonstigen organisationsfremden Personen beinhaltet, ist das Risiko gewalttätiger Zwischenfälle, die auch als „Gewalt durch Dritte“ bezeichnet werden, erhöht. Aus der Erhebung ESENER-2 geht hervor, dass der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten, Schülern als der vorherrschende Risikofaktor aller europäischer Unternehmen ermittelt wurde (57,4 %).“

Die übrigen Ergebnisse der Erhebung ESENER-2 zeigen, dass 76 % der Unternehmen in der EU-28 regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen vornehmen und 90 % von ihnen diese Bewertungen für eine sinnvolle Form des Umgangs mit Sicherheit und Gesundheitsschutz halten. Eine starke Arbeitnehmerbeteiligung (formell oder informell) hat sich als aussagekräftiger Indikator für gute Arbeitsqualität einschließlich der Qualität des Arbeitsschutzmanagements im Allgemeinen und des Umgangs mit psychosozialen Risiken im Besonderen erwiesen.

Kurz nach der Europäischen Woche wird am 3. und 4. November in Bilbao, Spanien, der Gipfel „Gesunde Arbeitsplätze“ 2015 stattfinden. Führende europäische Experten und Entscheidungsträger werden über die endgültigen Ergebnisse der zweijährigen Kampagne, über Strategien und Programme zur Bewältigung von Stress und psychosozialen Risiken bei der Arbeit sowie über die Zukunft des Arbeitsschutzes in Europa diskutieren. Die Veranstaltung ist dem Gedenken an Dr. Eusebio Rial González, den früheren Leiter des Referats „Prävention und Forschung“ der EU-OSHA, gewidmet; nach ihm ist der Eusebio-Rial-González-Preis für Innovation und Praxis auf dem Gebiet der Psychologie der betrieblichen Gesundheit (Occupational Health Psychology) benannt, der bei dieser Gelegenheit bekannt gegeben wird.

Veranstaltungstipp
22.10.2015: Abschlussveranstaltung der Europäischen Kampagne 2014/2015 „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen“

Weiterführende Infos
Website der Kampagne

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