Gesunde Arbeit

Arbeiten mit Chlorgas in Bädern: Grund zur Sorge?

Wenn die Temperaturen in Wien ins Unerträgliche steigen, sehnen wir uns nach einem Sprung ins kühlende Nass der städtischen Bäder. Im Wasser ist Chlor. Der sichere Umgang damit ist Voraussetzung für die Gesundheit der Bediensteten.
Schwimmbad Die Wiener Bäder garantieren unbesorgten Badespaß bei hohen Temperaturen.

Badespaß hat Tradition in der Bundeshauptstadt. Seit der Eröffnung des ersten Städtischen Freibades als Folge der Donauregulierung (1875) pilgern pro Saison Millionen Badegäste an heißen Sommertagen in die Bäder Wiens. Damit die strengen Hygienevorschriften eingehalten werden können, wird Chlor als Desinfektionsmittel eingesetzt, da es Keime und Krankheitserreger abtötet, die nicht von Filteranlagen aus dem Wasser entfernt werden können.

Chlor verhindert Verunreinigungen und Keime
Bei hochsommerlichen Temperaturen planschen täglich an die 100.000 Badegäste in den städtischen Schwimmbädern. Die damit verbundenen Verschmutzungen, wie Urin, Schweiß, Haare oder Bakterien, werden durch das Desinfektionsmittel Chlor oxidiert, wodurch gebundenes Chlor mit dem typischen Chlorgeruch entsteht. Mittels modernster Filtersysteme, vollautomatischer Umwälzanlagen und genügend Frischwasserzufuhr (an stark frequentierten Badetagen durchschnittlich rund 50 Liter pro Badegast) können die Entstehung von Desinfektionsnebenprodukten, die über die Wasseroberfläche entweichen, verringert und ein niedriger Grenzwert an gebundenem Chlor erreicht werden.

Bezüglich der Desinfektion wird auf zum Teil schon 500 Jahre altes Wissen zurückgegriffen. Schon Paracelsus (1493–1541) erkannte: „All Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“


Arbeiten mit Chlor – Sicherheit geht vor
Chlor ist ein unter Druck verflüssigtes Gas mit stechendem Geruch, das schwerer als Luft, wasserlöslich und nicht brennbar ist. Es ist ein Atemgift mit Reiz- und Ätzwirkung und reagiert mit der Feuchtigkeit der Luft unter Bildung von Salzsäure, die dann starke chemische Reaktionen auslösen kann.

31 Millionen Liter Wasser in den Schwimmbecken der Wiener Bäder durchlaufen täglich rund viermal den Reinigungskreislauf und werden regelmäßig überprüft. Dank modernster Technik kann eine ordnungsmäßige Wasserqualität laut Bäderhygienegesetz und Bäderhygieneverordnung auch bei hohen Besucherzahlen garantiert werden. Trotzdem muss der Wechsel der Ventile der 65-kg-Chlorgas-Stahlflaschen per Hand vorgenommen werden. Strengste technische, organisatorische sowie persönliche Sicherheitsbestimmungen bei der Lagerung und beim Wechsel der Chlorgasflaschen sollen die Gesundheit der Bediensteten schützen. Zusätzlich zu einer speziellen Schutzausrüstung (z. B. Atemschutzmaske mit Filter, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schutzanzug, zusätzliche Kollegin bzw. zusätzlicher Kollege mit umgeschnalltem Pressluftatmer vor der Türe) darf nur geschultes bzw. unterwiesenes Personal mit Gasflaschen für Chlor umgehen. Die Durchführung von regelmäßigen praktischen Übungen für Notfallmaßnahmen sorgt zusätzlich für die Sicherheit der Bediensteten der Bäder.

Link: MA 44 - Wiener Bäder

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