Gesunde Arbeit

Die AK Tirol hilft Lehrlingen, Praktikanten und Ferialarbeitern

Von Infos zum Pflichtpraktikum über Unterstützung bei Arbeitszeitverstößen bis hin zu Initiativen, die die Ausbildung attraktiver machen: Die Jugendexperten der AK Tirol informieren, beraten und unterstützen. Denn sie wissen, wo die jungen Menschen der Schuh drückt.
Jugendliche Verkäuferin im Eisgeschäft In den Sommermonaten haben wieder Tausende Tiroler Jugendliche als Ferialarbeiter ihr Taschengeld aufgebessert oder ein Ferialpraktikum absolviert.
Lehrlinge mit Meister Das Team der Jugendabteilung der AK Tirol steht Lehrlingen bei Fragen und Anliegen zur Seite.

Mit den Sommerferien endet wieder die Zeit, in der viele Schülerinnen und Schüler als Praktikanten oder Ferialjobber Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt haben. Doch auch heuer zeigte sich bei den Beratungen in der Jugendabteilung der AK Tirol, dass es dabei zu Fragen und Problemen kommt, z. B. bei den Themen Versicherung, Entlohnung sowie Beschäftigung.

Praktikum & Ferialjob
Gerade wenn ein Praktikum nicht im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses abgewickelt wird, bringt das häufig Probleme. „Die jungen Arbeitskräfte sind ja nur für wenige Wochen im Sommer da“, scheint die Devise in so manchem Betrieb zu sein. Da kommt es dann immer wieder vor, dass Praktikanten nach einem Tag Krankenstand informiert werden, dass sie nicht mehr zu kommen brauchen. Häufig werden auch wichtige Sicherheitsunterweisungen nur halbherzig vorgenommen oder ordnungsgemäße Schutzkleidung wird erst gar nicht zur Verfügung gestellt. Auch die Anmeldung bei der Krankenversicherung erfolgt nicht immer ordentlich, was dann fehlende Versicherungszeiten und unklare Regelungen für die Jugendlichen bedeutet. Deshalb sollten sie die Rahmenbedingungen des Praktikums bzw. Ferialjobs möglichst schon im Vorfeld abklären.

Lehrverhältnis
Gerade beim Thema Arbeitszeit wird klar, dass Jugendliche noch besonders schutzbedürftig und nicht grenzenlos belastbar sind. Zu wenig Raum für Freizeit und Erholung ist dann auch oft der Grund, weswegen das Handtuch geworfen und ein Lehrverhältnis gelöst wird.
Das zeigt sich auch in der täglichen Beratung durch die Experten der AK Jugendabteilung, wo sich in Gesprächen mit Lehrlingen speziell bei der Arbeitszeit bzw. bei Überstunden regelrecht Abgründe auftun. Da kam es schon vor, dass Jugendlichen in Stoßzeiten 60 bis 65 Stunden pro Woche abverlangt wurden.

Fakt ist: Obwohl Überstunden bei minderjährigen Jugendlichen vom Gesetz her gar nicht erlaubt sind, kommen viele genau deshalb zur Beratung. Bei langen Arbeitszeiten fällt nicht nur die Motivation ins Bodenlose, sondern diese wirken sich gerade bei Jugendlichen oft nachteilig auf die Gesundheit aus. Durch unregelmäßige und zu viel geleistete Arbeitsstunden essen und schlafen sie unregelmäßig und halten den Belastungen nicht stand. Manche verlieren während ihrer Lehrzeit massiv an Gewicht oder entwickeln Essstörungen. Sogar Langzeitkrankenstände aufgrund psychischer Überlastungen haben bei Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen und erschweren den Betroffenen den Start ins Arbeitsleben.


Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb
Dass es auch anders geht, zeigt sich in der Initiative rund ums Gütesiegel „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb“, das vom Land Tirol in Kooperation mit den Sozialpartnern verliehen wird. Hier wird berücksichtigt, dass die Zeit zwischen 15 und 18 Jahren eine zentrale Phase in der Entwicklung junger Menschen ist und dass es sehr wichtig ist, hier – auch als Betrieb – Unterstützung anzubieten.

Bei den Bewertungskriterien für die „Ausgezeichneten Tiroler Lehrbetriebe“ wird neben vielen anderen Aspekten auch berücksichtigt, ob der Betrieb zusätzliche Benefits im Bereich Gesundheit für Lehrlinge anbietet. Hier gibt es bereits viele tolle Maßnahmen: von einer kostenlosen gesunden Jause über die gezielte Schulung im Persönlichkeitsbereich bis hin zu Veranstaltungen für gesunden Rücken oder Yoga für die Mitarbeiter. Diese Betriebe bieten auch meist psychologische Unterstützung an, wenn Lehrlinge Hilfe brauchen.


Gesunde Jause in Berufsschulen
Apropos Gesunde Jause: Gerade während der Berufsschulzeit kommt gesunde Ernährung häufig zu kurz, weil der Supermarkt um die Ecke oft die einzige Möglichkeit ist, schnell den Hunger zu stillen. Deshalb macht es absolut Sinn, als Schule gesunde Alternativen anzubieten.
Beim jährlichen Treffen der Arbeiterkammer Tirol mit den Berufsschuldirektoren der Tiroler Fachberufsschulen wurde vor einiger Zeit mit einer Ernährungsberaterin über das Thema „Gesunde Jause in der Schule“ gesprochen und es wurden dazu Ideen entwickelt. In der Schule soll es das Angebot geben, gesundes Essen zu bekommen (z. B. in den Schulautomaten für Getränke und Speisen). Auch die Einführung des Sportunterrichts im Lehrplan der Berufsschule war schon Inhalt eines Antrags der Vollversammlung der Tiroler Arbeiterkammer.


Weiterbildung für Ausbilder
Aber was tun, wenn der Lehrling lädiert oder psychisch angeschlagen wirkt? Wie kann man Drogenproblemen vorbeugen bzw. diese erkennen? Weil Ausbilderinnen und Ausbilder im Betrieb eng mit den Lehrlingen zusammenarbeiten, werden sie oft früh auf mögliche Probleme aufmerksam. Deshalb kommt ihnen auch besondere Bedeutung zu.

Als Vernetzungs- und Weiterbildungsplattform wurde deshalb für sie das Ausbilderforum Tirol ins Leben gerufen, eine Kooperation von Land Tirol und Tiroler Sozialpartnern. Das Ausbilderforum berücksichtigt in seinem Fortbildungsprogramm die Bedeutung von Schutzmaßnahmen bei Jugendlichen.

So gibt es zum Beispiel jedes Jahr eine Fortbildung zum Thema „Suchtprävention bei Lehrlingen“. Dabei wird auf Fragen der Ausbilderinnen und Ausbilder eingegangen. Ziel ist es, den Blick zu schulen, die Möglichkeiten betrieblicher Suchtprävention sowie Hilfsangebote vorzustellen. Im Seminar „Alles was Recht ist“, das von der Jugendabteilung der AK Tirol angeboten wird, geht es um rechtliche Grundlagen im Lehrverhältnis und Fragen aus der Praxis. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch immer der Austausch zwischen den Ausbilderinnen und Ausbildern, wie bestimmte herausfordernde Situationen gehandhabt werden können, gerade auch im Bereich Arbeitszeit und Ausbildung.


Kontakt und Info
Die Experten der Jugendabteilung der AK Tirol helfen unter der Telefonnummer 0800/22 55 22-1566.

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