Gesunde Arbeit

Neue Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“ 2020-2022 gestartet

Bei einer Pressekonferenz in Brüssel wurde am 12. Oktober 2020 die neue EU-OSHA-Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“ 2020-2022 vorgestellt. Sie widmet sich dem Thema Muskel- und Skeletterkrankungen.
Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“
Sujet der Kampagne Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich! Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“

Arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) stehen aus guten Gründen im Mittelpunkt der jüngsten Kampagne der EU-OSHA für gesunde Arbeitsplätze: Diese entkräftenden Beschwerden, zu denen Rücken- und Nackenschmerzen gehören, sind die häufigsten Beschwerden bei ArbeitnehmerInnen in Europa.

Die Kampagne wurde am 12. Oktober 2020 auf einer Pressekonferenz in Brüssel mit dem Mitglied der Europäischen Kommission, Nicolas Schmit, dem deutschen Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, und der Exekutivdirektorin der EU-OSHA, Christa Sedlatschek, vorgestellt.

MSE sind vermeidbar und beherrschbar. Die Zusammenarbeit der EU-OSHA mit ihren Partnern soll dies zeigen, indem Informationen, Tipps und Tools an Arbeitsplätze in ganz Europa weitergeleitet und Menschen in allen Bereichen dazu ermutigt werden, die Bekämpfung von Muskel- und Skeletterkrankungen zu einer Priorität zu machen.


Es muss sich etwas bewegen
Rückenschmerzen? Arbeitsbedingte Nackenschmerzen? Damit sind Sie nicht allein. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat ihre Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“ für den Zeitraum 2020-2022 gestartet, deren Schwerpunkt auf arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) liegt. Die Auftaktveranstaltung markiert den Start eines Programms von Veranstaltungen und Maßnahmen zur Sensibilisierung für dieses Thema – das Millionen von Arbeitnehmern in ganz Europa betrifft – und die Art und Weise, wie es bewältigt werden kann.

Die Gewährleistung eines optimalen Arbeitsumfelds ist für die Gesundheit und das Wohlergehen der ArbeitnehmerInnen von entscheidender Bedeutung und daher eine Pflicht aller ArbeitgeberInnen. Da sich zudem die Corona-Pandemie auf unser Leben und unsere Arbeit auswirkt, können die Leitlinien und Hilfsmitteln, die heute veröffentlicht werden, allen zugute kommen.

Trotz der Rechtsvorschriften und Initiativen, die auf die Verhütung von Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) abzielen, leiden etwa drei von fünf ArbeitnehmerInnen an MSE. Es handelt sich dabei nach wie vor um das am häufigsten vorkommende arbeitsbedingte Gesundheitsproblem in Europa, von dem Arbeitnehmer sämtlicher Arbeitsplätze und Branchen betroffen sind. Repetitive Bewegungen, längeres Sitzen und schweres Heben sind nur einige der Risikofaktoren, die zu diesen Erkrankungen beitragen, die Muskeln, Gelenke, Sehnen oder Knochen betreffen können. Es liegt auf der Hand, dass diese Erkrankungen negative Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen haben.

Bei der Pressekonferenz in Brüssel zum offiziellen Start der Kampagne betonte Nicolas Schmit, für Beschäftigung und soziale Rechte zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission, dass dringender Handlungsbedarf besteht: „Die Kommission unterstützt voll und ganz die Kampagne, die heute von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) gestartet wurde und sich mit arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen auseinandersetzt. Die Gewährleistung eines möglichst optimalen Arbeitsumfelds ist für die Gesundheit und das Wohlergehen der ArbeitnehmerInnen von entscheidender Bedeutung und daher eine Pflicht aller ArbeitgeberInnen. Viele von uns – drei von fünf – leiden arbeitsbedingt an Rückenschmerzen, Muskelverspannungen oder steifem Nacken. Dies kann unser tägliches Leben, unsere Produktivität und unsere körperliche und geistige Gesundheit stark beeinträchtigen. Da sich zudem die Pandemie auf unser Leben und unsere Arbeit auswirkt, können die Leitlinien und Hilfsmittel, die heute veröffentlicht werden, allen zugutekommen.“

Link zum Video mit EU-Kommissar Nicolas Schmit

Der Erfolg der Kampagne ist dem Einsatz des umfassenden europaweiten Netzwerks der EU-OSHA – bestehend aus nationalen Focal Points, offiziellen Kampagnenpartnern, Medienpartnern und dem Enterprise Europe Network – zu verdanken. Sie werden gemeinsam die Kampagne und deren Botschaften in ganz Europa verbreiten, insbesondere unter Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen.

Von unschätzbarem Wert ist zudem die Unterstützung durch die Sozialpartner und die EU-Organe. Der deutsche EU-Ratsvorsitz anerkennt den Handlungsbedarf in Bezug auf MSE und bekräftigt seine Unterstützung. Hubertus Heil, deutscher Bundesminister für Arbeit und Soziales, nahm dazu Stellung: „MSE betreffen jedes Land in Europa. Das Problem betrifft uns alle auf unterschiedliche Weise. Es muss daher an jedem europäischen Arbeitsplatz angegangen werden – von den Fabriken und Frisörsalons bis hin zu den Krankenhäusern und Büros. Daher unterstützen wir in vollem Umfang die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“.“

Link zum Video mit Bundesminister Hubertus Heil

MSE verursachen auch erhebliche Kosten für Arbeitgeber und die nationalen Gesundheitssysteme. Christa Sedlatschek, Exekutivdirektorin der EU-OSHA, betont: „Neben dem verursachten menschlichen Leiden versäumen ArbeitnehmerInnen so viele bereichernde Aspekte ihres Privat- und Berufslebens. ArbeitnehmerInnen mit MSE sind häufiger und für längere Zeitabschnitte krankgeschrieben, bei der Arbeit wahrscheinlich weniger produktiv und gehen oft in den Vorruhestand.  Dies ist nicht gut für Unternehmen und eine enorme Belastung für die nationalen Volkswirtschaften. Diese Kampagne wird deutlich machen, dass frühzeitiges Eingreifen und eine früh einsetzende Rehabilitation von entscheidender Bedeutung und durchaus möglich sind. Indem wir jetzt zusammenarbeiten und gute praktische Lösungen finden, können wir MSE in künftigen Arbeitnehmergenerationen verhindern.“

Link zum Video mit EU-OSHA-Direktorin Christa Sedlatschek

Link zum Video mit Fragen und Antworten

Maßnahmen zur Verhütung und Bewältigung von MSE sind oft einfach und gar nicht teuer
Dies ist eine der Kernbotschaften der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!“. Die Kampagne soll ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen aller Branchen erreichen, insbesondere jedoch in Bereichen mit höherem Risiko wie im Gesundheitswesen und in der frühkindlichen Erziehung.

Weitere wichtige Schwerpunkte werden sein: die Unterstützung von ArbeitnehmerInnen mit chronischen MSE mit dem Ziel des Verbleibs am Arbeitsplatz, die notwendige Berücksichtigung psychosozialer Risiken und der ArbeitnehmerInnenvielfalt sowie die Annahme kooperativer Ansätze bei der Bewältigung von MSE – durch Einbindung von ArbeitnehmerInnen, ArbeitgeberInnen, Gesundheitsdienstleistern und sonstigen AkteurInnen.

Besonderes Augenmerk wird auf aufkommende Risiken gelegt werden, die sich beispielsweise aus der Digitalisierung und den neuen Technologien und Formen der Arbeitsorganisation ergeben. Dies ist insbesondere angesichts von COVID-19 aktuell, da viele Arbeitnehmer gezwungen sind, anstatt im Büro von zu Hause aus zu arbeiten. MSE und Telearbeit von zu Hause aus ist ein Schwerpunktbereich der Kampagne.


Links:

Anmerkungen:
Die Kampagne Gesunde Arbeitsplätze 2020-2022, „Gesunde Arbeitsplätze – Enlasten Dich!“, zielt darauf ab, das Bewusstsein für arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) zu schärfen sowie Informationen über Möglichkeiten zur Prävention und zum Umgang mit diesen Risiken zu verbreiten. Die auf nationaler Ebene von den Focal Points der EU-OSHA koordinierte Kampagne wird von offiziellen Kampagnen- und Medienpartnern sowie vom Enterprise Europe Network unterstützt. Sie verfolgt vornehmlich sechs Ziele:

  • die Bedeutung der Prävention von MSE anhand von Fakten und Zahlen zur Exposition gegenüber Risiken für MSE und zu den Auswirkungen von MSE auf Personen, Unternehmen und die Gesellschaft bewusst zu machen;
  • Risikobewertungen und proaktives Management von MSE durch die Bereitstellung von einschlägigen Tools, Leitlinien, audiovisuellen Materialien und anderen Hilfsmitteln zu fördern;
  • deutlich zu machen, dass MSE jeden angehen und erfolgreich bekämpft werden können;
  • über neue und aufkommende Risikofaktoren für MSE zu informieren;
  • die Bedeutung der Unterstützung von Arbeitnehmern mit chronischen MSE bei der Wiedereingliederung und ihrem Verbleib am Arbeitsplatz hervorzuheben und zu erläutern, wie dies erreicht werden kann;
  • eine wirksame Zusammenarbeit durch Zusammenführung verschiedener Interessenträger und Förderung des Austauschs von Informationen und bewährten Verfahren anzuregen.

Zu den Höhepunkten dieser Kampagne gehören die Europäische Wochen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Oktober 2020, 2021 und 2022), die Veranstaltung zum Austausch guter praktischer Lösungen im März 2022 sowie die Preisverleihung im Rahmen des Wettbewerbs für gute praktische Lösungen und der Gipfel „Gesunde Arbeitsplätze“ (beide im November 2022).

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) trägt dazu bei, die Arbeitsplätze in Europa sicherer, gesünder und produktiver zu machen. Die Agentur untersucht, entwickelt und verbreitet verlässliche, ausgewogene und unparteiische Informationen über Sicherheit und Gesundheit und organisiert europaweite Sensibilisierungskampagnen. Die 1994 von der Europäischen Union gegründete Agentur mit Sitz in Bilbao (Spanien) bringt Vertreter der Europäischen Kommission, der Regierungen der Mitgliedstaaten, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie führende Sachverständige aus den EU-Mitgliedstaaten und anderen Ländern zusammen.

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