Gesunde Arbeit

Digitaler Stress: Maßnahmen erforderlich!

Digitale Technologien und Medien in der Arbeitswelt stellen eine Belastung für Beschäftigte dar. Digitaler Stress kann zu Erkrankungen und geminderter Arbeitsfähigkeit führen – Vorbeugung durch gezielte Maßnahmen ist das Gebot der Stunde.
Digitale Arbeit braucht gesunde Gestaltung.
Symboldbild Team mit Computer/Tablet/Handy usw. Digitale Arbeit braucht gesunde Gestaltung.

Das Handy klingelt unaufhörlich. Die nächste Videokonferenz wartet. Der Posteingang geht über mit E-Mails, die immer lauter nach Beantwortung rufen, während Twitter, LinkedIn und Co. um Aufmerksamkeit buhlen. Auch häufige Computerabstürze, benutzerunfreundliche Software, permanente Updates und neue Programme zehren an den Nerven. Augenscheinlich ist: Digitale Technologien und Medien haben das Arbeitsleben der ArbeitnehmerInnen zunehmend fest im Griff und nehmen die Luft zum Atmen. Die Folge – digitaler Stress – ist für viele Menschen spürbar.

Stressquellen
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin identifiziert zwölf Belastungsfaktoren, die mit digitalen Medien und Technologien verbunden sind – mehr als jede/r dritte Befragte berichtet, mindestens einem Faktor sehr stark ausgesetzt zu sein. Hervorstechend dabei ist die Leistungsüberwachung durch digitale Technologien und die Tatsache, dass diese zu einer Verletzung der Privatsphäre (Stichwort „gläserner Mensch“) führen kann. Beides wird auch als wesentliche auslösende Komponente von digitalem Stress wahrgenommen. Aber auch die Verunsicherung im Umgang mit digitalen Technologien und Medien, deren Nicht-Verfügbarkeit oder der Eindruck, durch deren Einsatz mehr bzw. schneller arbeiten zu müssen, stellen beispielsweise Stressquellen dar.

Folgen von digitalem Stress
Die längerfristigen Folgen sind vielfältig: Digitaler Stress kann nicht nur zu Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologischen und sensorischen Erkrankungen, Erkrankungen des Verdauungssystems oder psychischen Beeinträchtigungen führen. Auch eine geringere Arbeitsfähigkeit, weniger Produktivität oder eine erhöhte Tendenz, den Job zu wechseln bzw. den Beruf aufzugeben, sind mit digitalem Stress assoziiert.

Handeln tut not
Den Stressquellen durch neue Technologien und Medien in der Arbeitswelt wird heute leider nach wie vor relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zu wenig bekannt ist: Auch dieser Bereich ist im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung zu berücksichtigen – wirksame, organisatorische und technologische Schutzmaßnahmen, welche die Ursachen von digitalem Stress ausschalten oder reduzieren, sind in Betrieben Pflicht.

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