Gesunde Arbeit

Psychische Belastungen durch Corona-Krise gestiegen

Infolge der aktuellen Pandemie treten in der Bevölkerung vermehrt psychische Gesundheitsprobleme auf. Ausbau und erleichterter Zugang bei der psychosozialen Versorgung scheinen daher dringender denn je geboten.
Durch die Corona-Pandemie kommt es vermehrt zu psychischen Gesundheits­problemen.
Krankenschwester steht vor Spital mit Kaffee und heruntergezogenem Mund-Nasen-Schutz Durch die Corona-Pandemie kommt es vermehrt zu psychischen Gesundheits­problemen.

Nicht erst seit Corona befinden sich psychische Erkrankungen europa- und österreichweit auf dem Vormarsch. So prognostiziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass bis zum Jahr 2030 psychische Erkrankungen zu den fünf größten gesundheitlichen Belastungen zählen werden. Eine repräsentative Online-Befragung der Donau-Universität Krems zeigt, wie sich dieser Trend in Österreich durch die Corona-Krise verstärkt hat. Die Befragung, die vier Wochen nach dem Lockdown startete, kam zu folgenden Ergebnissen: Verglichen mit der Zeit vor Corona verfünffachte sich der Anteil der befragten Personen, die depressive Symptome zeigten. Auch wenn über Langzeiteffekte noch nichts ausgesagt werden kann, zeigte sich, dass fast 20 % der Befragten mittelschwere Angstsymptome aufwiesen. Repräsentative Studien aus Deutschland kommen bei dieser Symptomatik in der Zeit vor der Pandemie lediglich auf einen Anteil zwischen 5 und 7 % aller Befragten.

Wer ist besonders gefährdet?
Arbeitslose Menschen sowie jene mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro gaben weit häufiger an, von psychischen Problemen betroffen zu sein. Dies steht im Einklang mit Forschungsergebnissen der WHO, wonach psychische Probleme in sozial am stärksten benachteiligten Schichten europaweit deutlich häufiger auftreten.

Ein starker Effekt ging von der Variable „Alter“ aus. In allen getesteten Skalen (Stress, Angst, Depression, Wohlbefinden) fielen die Werte mit Anstieg des Alters der Befragten besser aus. Besorgniserregend war, dass junge Erwachsene bis 35 Jahre in sämtlichen Skalen die schlechtesten Werte aufwiesen: 30 % der unter 35-Jährigen zeigten depressive Symptome, 25 % Angstsymptome. Hinzu kommt: Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren wiesen signifikant höhere Stresslevel als alle anderen Altersgruppen auf.


Psychosoziale Versorgung ausbauen
Schon jetzt ist der Versorgungsstand für Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht bedarfsgerecht. Dies zeigt eine Studie des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP): Obwohl jede/r 2. Befragte schon einmal psychisch erkrankt ist, sind derartige Erkrankungen noch immer ein Tabuthema. Bemerkenswert: Während fast 90 % der Befragten bereit wären, Hilfe anzunehmen, sind nur 13 % mit der aktuellen Versorgungslage zufrieden. Insbesondere im Lichte Corona-bedingter Belastungen darf psychische Gesundheit nicht länger eine Frage der Leistbarkeit sein. 

Das braucht’s

  • Psychotherapie auf Krankenschein
  • Klinisch-psychologische Behandlung auf Krankenschein
  • Niederschwellige Angebote in Ambulanzen und den geplanten Primärversorgungszentren
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