Gesunde Arbeit

COVID-19 am Arbeitsplatz: Versäumnisse im ArbeitnehmerInnenschutz mit dramatischer Wirkung

Versäumnisse im ArbeitnehmerInnenschutz hatten teilweise dramatische Auswirkungen auf die Bekämpfung von COVID-19 am Arbeitsplatz. Das zeigt Julia Nedjelik-Lischka von der AK Wien in einem Beitrag auf dem A&W-Blog auf.
awblog.at
Julia Nedjelik-Lischka, AK Wien
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Julia Nedjelik-Lischka, AK Wien Julia Nedjelik-Lischka, AK Wien

Die Zahl der Besichtigungen durch Arbeitsinspektoren brach quer durch Europa im letzten Jahrzehnt ein. Die meisten Arbeitsplätze waren dadurch auf die COVID-19-Pandemie schlecht vorbereitet, die Auswirkungen sind dramatisch und offenbaren sich etwa in mangelnden Schutzausrüstungen.

Neue Nachforschungen des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) decken auf, dass Inspektionen in Bezug auf ArbeitnehmerInnenschutz seit 2010 um ein Fünftel gekürzt wurden, die Anzahl jährlicher Besuche sank europaweit von 2,2 auf 1,7 Millionen.

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Der große Einschnitt bei den Arbeitsinspektionen in den letzten zehn Jahren führte dazu, dass Arbeitsplätze für die COVID-19-Pandemie schlecht vorbereitet waren, und trifft die verletzlichsten ArbeitnehmerInnen wie Frauen, junge ArbeitnehmerInnen und MigrantInnen am meisten, während die niedrige Zahl an ArbeitsinspektorInnen eine sichere Rückkehr zum Arbeitsplatz erschwert.

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COVID-19 offenbart Mangel an Schutzausrüstung und sozialem Schutz
Trotz klarer Rechte sind Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Weitem nicht Realität für alle ArbeitnehmerInnen. Einer bzw. eine von drei ArbeitnehmerInnen in Bulgarien, der Slowakei und Spanien sowie fast die Hälfte in der Tschechischen Republik und Griechenland, die persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen müssen, bekommen diese nur manchmal oder gar nicht zur Verfügung gestellt. Während der COVID-Krise hatten viele der „SystemerhalterInnen“ – Frauen sind dabei überrepräsentiert –, etwa in der Pflege und im Reinigungssektor, keine adäquate PSA. Das Gleiche galt für prekäre ArbeiterInnen, deren verminderter sozialer Schutz ihnen keine Wahl lässt, als weiterzuarbeiten, sogar wenn sie Symptome des Coronavirus zeigten.

Viele Menschen hatten keine Möglichkeit, die vielbeschworene soziale Distanz in der Arbeit einzuhalten. Homeoffice hat spezifische Risiken, wie erhöhte häusliche Gewalt (bis zu einem Drittel in manchen EU-Ländern während des Lockdowns), lange Arbeitszeiten, verringerte Möglichkeit zum Abschalten und ein Mangel an passender Ausstattung zu Hause. Mit dem Wachstum an ArbeitnehmerInnen auf digitalen Plattformen gibt es auch eine wachsende Zahl an ArbeitnehmerInnen ohne ordnungsgemäße PSA. Nur 35  Prozent der Plattform-ArbeiterInnen sagen, ihre Plattform hat Maßnahmen ergriffen, sie in der Pandemie zu unterstützen.

Den ganzen Beitrag COVID-19 am Arbeitsplatz: Versäumnisse im ArbeitnehmerInnenschutz mit dramatischer Wirkung von Julia Nedjelik-Lischka, AK Wien, können sie auf dem A&W-Blog lesen.

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