Gesunde Arbeit

Arbeitsbedingte Erkrankungen der Atemwege

Neben dem Rauchen spielen auch berufliche Schadstoffbelastungen eine wesentliche Rolle bei Entstehen und Fortschreiten von Atemwegserkrankungen. Dieser Aspekt wird allerdings oft zu wenig beachtet.
Berufliche Schadstoffbelastungen spielen oft eine wesentliche Rolle bei Enstehen und Fortschreiten von Atemwegserkrankungen.
Ärztin horcht einen Patienten ab Berufliche Schadstoffbelastungen spielen oft eine wesentliche Rolle bei Enstehen und Fortschreiten von Atemwegserkrankungen.

Atemwegserkrankungen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten. Die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD) – die klassische Krankheit der RaucherInnen – betrifft in Österreich nach Schätzungen 15 bis 20 Prozent der über 40-Jährigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss man damit rechnen, dass COPD bis 2020 weltweit zur dritthäufigsten Todesursache wird. Allergien und dadurch ausgelöste Krankheiten nehmen ebenfalls zu.

Erkrankungen der Atemwege und der Lunge stehen – nach Lärmschwerhörigkeit und arbeitsbedingten Hautkrankheiten – an dritter Stelle der Anerkennungen als Berufskrankheit. Diese Daten spiegeln allerdings nur einen Teil des tatsächlichen Gefährdungspotenzials wider – die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen.

Dabei handelt es sich z. B. um Asthma oder COPD durch chemisch irritativ wirkende Stoffe, die eine Schädigung der Bronchialschleimhaut verursachen können – meist chronische Erkrankungen, teils mit schleichendem Beginn. Besonders ungünstig wirkt sich dabei aus, wenn zur beruflichen Schadstoffbelastung noch außerberufliche Noxen (schädigende Stoffe), in erster Linie inhalatives Zigarettenrauchen, hinzukommen. Besonders gefährdet sind z. B. LackiererInnen, TischlerInnen, SchweißerInnen, Reinigungskräfte, LandwirtInnen, FriseurInnen, Beschäftigte der chemischen Industrie, MechanikerInnen bzw. alle Berufsgruppen, die mit atemtraktreizenden und -schädigenden Substanzen arbeiten.

Allergisches Berufsasthma
Beim exogen allergischen Berufsasthma handelt es sich um eine allergische Reaktion der Atemwege auf Stoffe, zunächst häufig mit Augenrinnen und Schnupfen, später dann als Asthma bronchiale. Ganz typisch ist, dass zu Beginn in der arbeitsfreien Zeit eine Besserung der Symptome eintritt. Die am häufigsten betroffene Berufsgruppe sind BäckerInnen mit Allergien gegen Mehlstaub bzw. Backhilfsstoffe. Es gibt aber auch Fälle, wo KöchInnen Asthmaanfälle durch Fischdämpfe erlitten haben. MüllerInnen, FriseurInnen, GärtnerInnen und FloristInnen sind von arbeitsbedingtem exogen allergischem Asthma bronchiale ebenfalls betroffen. Vor einigen Jahren gab es – durch den Einsatz gepuderter Handschuhe und der damit verbundenen Kontamination der Umgebungsluft mit Latexpartikeln – zahlreiche Fälle von Latexallergien im Gesundheitswesen. Seit diese weniger verwendet werden, ist auch die Anzahl der Latexallergien zurückgegangen.


Prävention bei Latexallergie
Die Geschichte der Latexallergie ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie wichtig gezielte Präventionsmaßnahmen sind. Viele berufsassoziierte Atemwegserkrankungen wären vermeidbar, wenn ArbeitnehmerInnen atemwegsschädigenden Stoffen erst gar nicht ausgesetzt werden. Es muss daher alles getan werden, um diese Expositionen zu minimieren bzw. zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, sind organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

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