Gesunde Arbeit

Lange Arbeitszeiten und Work-Life-Balance

Lange tägliche und wöchentliche Arbeitszeiten reduzieren die Zeit für Familie und Privates. Eine sozialverträgliche Arbeitszeitgestaltung sollte daher die Arbeitsdauer begrenzen und eigene Einflussmöglichkeiten für die Beschäftigten bieten.
Angaben von SchichtarbeiterInnen zur Flexibilisierung des Schichtmodells
Infografik Angaben von SchichtarbeiterInnen zur Flexibilisierung des Schichtmodells

Unter „Work-Life-Balance“ wird eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verstanden. Die Wahrnehmung einer „guten“ oder „schlechten“ Work-Life-Balance ist von Person zu Person unterschiedlich, abhängig von individueller Lebensgestaltung und Präferenzen. Überstunden und lange Wochenarbeitszeiten hängen dennoch bei der Mehrheit der Beschäftigten nachweislich mit schlechterer Work-Life-Balance zusammen. Besonders beeinträchtigend werden lange Wochenarbeitszeiten über 48 Stunden sowie häufige lange Dienste über 10 Stunden empfunden. Zusätzliche Belastungen wie Arbeit an Abenden oder Wochenenden, Schichtarbeit oder unregelmäßige Arbeitszeiten verringern die Zeit für Aktivitäten mit der Familie, Freunden oder die Ausübung von Hobbys weiter.

Psychische Beeinträchtigungen durch eine schlechte Work-Life-Balance
Lange Arbeitszeiten belasten und verringern die Ressourcen der Beschäftigten, mit der erhöhten Belastung zurechtzukommen. Wenn Konflikte mit dem Privatleben, wie z. B. Probleme mit der Kinderbetreuung oder keine Zeit für Hobbys, hinzukommen, entstehen negative Auswirkungen auch auf die psychische Gesundheit. Eine schlechte Work-Life-Balance kann daher zu Burn-out, arbeitsbezogener Beanspruchung und Stress führen.

Belastungen senken, Ressourcen stärken
Was können Betriebe tun, um die Work-Life-Balance zu verbessern? Kürzere Arbeitszeiten werden von vielen Beschäftigten gewünscht – zum Teil auch im Tausch gegen Schichtzulagen (siehe Abbildung). Eine wichtige Ressource ist zudem der Einfluss auf die eigene Arbeitszeit, z. B. Gleitzeit oder lebensphasengerechte Arbeitszeiten. Doch auch selbstgewählte, sehr lange Arbeitszeiten können die Work-Life-Balance beeinträchtigen. Daher sollte eine möglichst sozialverträgliche Arbeitszeitgestaltung geboten werden, z. B. eine Begrenzung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit sowie die Minimierung von Arbeit an Abenden und Wochenenden. Wenn eine Verlängerung der Arbeitszeit auf über 10 Stunden täglich bzw. 48 Stunden wöchentlich unumgänglich ist, sollten lange Arbeitstage nur einzeln und nicht mehrmals in Folge geplant werden – mit ausreichender Erholungszeit im Anschluss.

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