Gesunde Arbeit

Europäischer Gewerkschaftsbund fordert: Die EU muss jetzt handeln, um Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu verbessern

Der EGB fordert die Kommission auf, eine Strategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in Europa vorzulegen, die mehr messbare Ziele, verbindliche Zeitvorgaben und eine regelmäßige Evaluierung vorsieht.

Dringend erforderlich ist daher:

- Eine ambitionierte Initiative zur Festlegung verbindlicher europäischer Expositionsgrenzwerte für eine  erweiterte Anzahl toxischer Substanzen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es auf europäischer Ebene nur für drei karzinogene Stoffe verbindliche Arbeitsplatzgrenzwerte. ArbeitnehmerInnen sind aber mehreren hundert Karzinogenen und Mutagenen ausgesetzt. Besonders Frauen sind oft am Arbeitsplatz einem Cocktail an Stoffen ausgesetzt, die ihre Gesundheitsrisiken erhöhen und die Lebensfähigkeit ihrer Nachkommen gefährden können.

- Die sofortige Einbeziehung reprotoxischer Stoffe in den Geltungsumfang der Karzinogen/ Mutagen-Richtlinie aufgrund der Schwere und Irreversibilität der gesundheitlichen Auswirkungen für ArbeitnehmerInnen (besonders schwangerer Frauen) infolge der Exposition gegenüber solchen Stoffen. Während die Kommission das Gold-Plating verbieten will (d.h. Verankerung von, über die Vorgaben von Richtlinien hinausgehenden, Regulierungen im nationalen Recht), haben mehrere Mitgliedstaaten beschlossen, den Bereich der reprotoxischen Stoffe in den Geltungsumfang ihrer nationalen Rechtsvorschriften über karzinogene und mutagene Stoffe einzuschließen.

- Die drei bestehenden Richtlinien über Muskel-Skelett-Erkrankungen (Vibrationen, manuelle Lastenhandhabung und Bildschirmgeräte) sind nicht mehr aktuell und müssen deshalb in eine moderne und durchsetzbare Rechtsetzung überführt werden. Die Formulierung einer neuen ganzheitlichen Richtlinie über Muskel-Skelett-Erkrankungen muss von der Europäischen Kommission auf den Weg gebracht werden.

- Die enormen Probleme mit psychosozialen Risiken in Verbindung mit sich verschlechternden Arbeitsbedingungen sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz können nicht länger ignoriert werden. Das Problem kann nicht nur durch nicht-legislative Instrumente gelöst werden. Rechtsetzende Maßnahmen sind zur Bekämpfung dieses Risikos mit epidemischen Ausmaßen dringend erforderlich.

Das Europäische Gewerkschaftsinstitut (EGI) soll in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern und dem beratenden Ausschuss der Kommission für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eine Liste mit 50 verbindlichen Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) für relevante karzinogene Stoffe erstellen.

Anlässlich des Internationalen Arbeitergedenktags am 28. April 2015 will der Europäische Gewerkschaftsbund gemeinsam mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) Aktionen veranstalten.

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