Gesunde Arbeit

Mobile Arbeit – irgendwie, irgendwo, irgendwann

Mobiles Arbeiten ist grenzenlos und nimmt kontinuierlich zu. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind beträchtlich, verändern das tägliche Arbeitsleben – und bergen Risiken.
Symbolfoto zum mobilen Arbeiten Es braucht bessere Regeln für mobiles Arbeiten.

Immer mehr ArbeitnehmerInnen verwenden Laptop, Smartphone, Tablet und Co. zur Erledigung ihrer täglichen Arbeit – arbeiten wird an jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit möglich. Zur altbekannten "Vertrauensarbeitszeit" gesellt sich zunehmend der "Vertrauensarbeitsort" (Vogl, 2016). Viele Beschäftigte erhoffen sich neue Möglichkeiten der Zeiteinteilung – beispielsweise um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen. Skepsis ist jedoch durchaus angebracht.

Entgrenzung macht krank
In der mobilen Arbeitswelt verschwimmen die klaren Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Dauernde Erreichbarkeit sowie hohe Arbeitsintensität sind die Folge: Bereits jetzt checken 40 Prozent der Beschäftigten ihre beruflichen E-Mails außerhalb der Arbeitszeit, 67 Prozent sind gelegentlich außerhalb der Arbeitszeit erreichbar (Statistik Austria/AK NÖ, 2016). Fakt ist jedoch: Auch der eigene „menschliche Akku“ braucht Zeit, sich wieder aufzuladen – fehlende selbstbestimmte Freizeit macht langfristig (psychisch und/oder körperlich) krank.

Ergonomie und Umgebungseinflüsse
Ortsmobile Arbeit bietet den ArbeitnehmerInnen meist nicht die Möglichkeit eines gesund eingerichteten Arbeitsplatzes. Weder Autos, Züge, Couches noch Kaffeehaustische etc. sind für längerfristige „Schreibtischarbeit“ ergonomisch ausgerichtet. Fehlhaltungen können nicht nur Kopfschmerzen oder Verspannungen, sondern auch chronische Rückenleiden verursachen. Auch Laptops sind nicht für die Dauerarbeit vorgesehen. Umgebungsfaktoren wie z. B. mangelnde Beleuchtung und schwankende Temperaturen oder Lärm können körperlich und psychisch beeinträchtigend wirken.

Im Gespräch bleiben
Nicht zuletzt braucht eine gute Kooperation im Betrieb (Stichwort: Betriebsklima) auch einen guten „persönlichen Draht“ unter den Beschäftigten. Virtuelle Meetings, Telefonate, E-Mails, WhatsApp-Gruppen etc. können den wichtigen direkten (und auch den informellen) Austausch sowie Gespräche untereinander nicht ersetzen.

Schützt euch selbst
Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz verpflichtet ausdrücklich ArbeitgeberInnen, für den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten zu sorgen (z. B. Schutz vor Entgrenzung, Bereitstellung ergonomischer Arbeitsmittel etc.). Beim Thema „mobile Arbeit“ werden die Schutzagenden jedoch oft auf die Beschäftigten übertragen – schützt euch selbst! Hier muss auch das ArbeitnehmerInnenschutzrecht mobiler werden, sich flexibel den Anforderungen der Arbeitswelt anpassen – es gilt, neue Reglungen zu schaffen, die Orientierung und Auszeiten zum Durchatmen ermöglichen.

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