Gesunde Arbeit

Arbeitsumgebung wirkt sich physisch und psychisch aus

Unter Arbeitsumgebung werden die ergonomischen, technischen und informatorischen Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz verstanden. Diese wirken sich nicht nur physisch aus, sondern haben unmittelbaren Einfluss auf die psychische Belastung durch die Tätigkeit.
Mag.a Claudia Felder-Fallmann, Arbeits- und Organisationspsychologin Arbeits- und Organisationspsychologin Mag.a Claudia Felder-Fallmann

Aus der Praxis: In einem Unternehmen in der Hotellerie mit ca. 30 MitarbeiterInnen arbeiten an der Rezeption mit angeschlossenen PC-Arbeitsplätzen 3 bis 4 Personen gleichzeitig. Der Platz ist beengt und die Tische und Durchgänge zusätzlich durch Hauspost und Koffer der Gäste zugestellt. Es gibt keinen Sichtschutz zum Kundenbereich. Konzentriertes Arbeiten wird oft unterbrochen. Zwei MitarbeiterInnen teilen sich einen Arbeits-PC. Pausen werden am Arbeitsplatz abgehalten.
Diese Arbeitsumgebung ist gekennzeichnet durch Platzmangel, ergonomische Erschwernisse, fehlende Arbeitsmittel und Unterbrechungen aufgrund fehlender örtlicher Trennung.

Folge ungünstig gestalteter Arbeitsumgebung

Die Arbeitsumgebung ist psychisch beeinträchtigend bei ungünstiger ergonomischer Gestaltung, fehlenden, fehlerhaften oder unpassenden Arbeitsmitteln sowie physischer Beeinträchtigung durch Lärm, Licht oder Temperatur.
Die a&o-psychologische Forschung zeigt, dass erschwerte Informationsaufnahme (verringerte Aufmerksamkeit und Wachheit), vermindertes Wohlbefinden, psychische Ermüdung und/oder Stresserleben und in Folge Unfälle, Beinaheunfälle, Qualitätsmangel und Fehlhandlungen entstehen können.
Daher ist es auch im Rahmen der psychischen Belastung bedeutend, ergonomische Erkenntnisse für die Arbeitsplatz- und Arbeitsmittelgestaltung einzubeziehen, vorhandene Arbeitsmittel zu pflegen und bedarfsorientiert Handlungshilfen anzuschaffen.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Im dargestellten Unternehmen wurden folgende a&o-psychologische Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsumgebung gemacht:

  • Jährliche „Inventur“ im Team, wodurch Ordner und Gegenstände entsorgt werden sollen, die nicht mehr notwendig sind.
  • Ehemaliger Elektronikraum wird als Depot für Kundeneigentum und Koffer verwendet.
  • Zusätzlicher PC wird angeschafft.
  • MitarbeiterInnen verlassen Arbeitsplatz für Pausen (Pausenraum wurde eingerichtet).

Die Verbesserung hatte vor allem positive Effekte auf Gesundheit und Arbeitsorganisation, weil die MitarbeiterInnen sich nicht nur gehört und miteinbezogen, sondern auch ernst genommen fühlen und nun ungestörter und effizienter arbeiten können.

Mag.a Claudia Felder-Fallmann,
Arbeits- und Organisationspsychologin, MHS Mental Health Solutions

c.fallmann@mh-solutions.at
www.mh-solutions.at

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