Gesunde Arbeit

Wo der Sozialstaat hilft

Unser Sozialsystem wird gleichsam gelobt wie kritisiert. Dennoch ist es die Basis, auf der ein funktionierender Sozialstaat beruht. Er bietet Absicherung für alle großen Lebensrisiken, etwa bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, im Alter oder bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.
Symbolbild Sozialstaat Ohne Sozialstaat würde Österreich in eine enorme Schieflage geraten. Er gewährleistet gesicherte Lebensbedingungen für alle und den sozialen Ausgleich.

Gesicherte Lebensbedingungen für alle Bürger und den sozialen Ausgleich zu gewährleisten – in dieser Kurzformel lässt sich das „System Sozialstaat“ zusammenfassen. Wer den Sozialstaat umbauen will, läuft deshalb Gefahr, die Kluft zwischen Arm und Reich zu vergrößern, Armut zu vermehren und den sozialen Frieden zu gefährden. Denn es gibt keinen Lebensabschnitt, in dem der Sozialstaat uns nicht beeinflusst – mit wechselnder Intensität. So profitiert man bereits früh vom Kinderbetreuungsgeld oder von Versicherungsleistungen, die im Krankheitsfall die ärztliche Versorgung sicherstellen.
Diese Krankenversicherungen bieten Schutz und Versicherten steht auch ein Leistungsanspruch für ihre Angehörigen zu.


Unfall
Bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit kommt die Unfallversicherung zum Tragen. Sie ist als „Haftpflicht-Versicherung“ der Unternehmen für die Beschäftigten zu sehen. Erstens zahlen bei unselbstständig Erwerbstätigen ausschließlich die Unternehmen Beiträge und zweitens deckt die gesetzliche Unfallversicherung nur solche Unfälle und Krankheiten, die direkt mit der Arbeit zusammenhängen. Das gilt auch für Unfälle auf dem Weg von oder zur Arbeit.

Arbeitslosigkeit
Auch hier wirkt der Sozialstaat in Form der Arbeitslosenversicherung. Diese umfasst das Arbeitslosengeld, derzeit noch die Notstandshilfe, den Pensionsvorschuss, das Weiterbildungs-, Bildungsteilzeit- und Altersteilzeitgeld sowie das Umschulungsgeld.

Alter
Mit den Alterspensionen trifft die Pensionsversicherung Vorsorge für das Alter. Außerdem werden Maßnahmen der Rehabilitation und Leistungen aus der Gesundheitsvorsorge geboten. Wer dauerhaft arbeitsunfähig ist, erhält eine Invaliditäts- bzw. die Berufsunfähigkeitspension.

Pflege
Das Pflegegeld soll pflegebedürftigen Menschen die erforderliche Betreuung sichern – unabhängig von der Ursache der Pflegebedürftigkeit, von Einkommen und Vermögen sowie dem Alter. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegebedarf.

Sozialtransfers: Schutz vor Armut
Die Statistik der EU über Einkommen und Lebensbedingungen zeigt, dass in Österreich 44 Prozent der in Privathaushalten lebenden Personen ohne Sozialtransfers armutsgefährdet wären. Auch für Tirol sieht die Lage nicht besser aus: Laut Armutsstudie sind 112.588 Personen bzw. 15 Prozent aller in Tirol Wohnhaften armutsgefährdet. Mehr als 34.000 sogar, obwohl sie Vollzeit arbeiten (Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016).
Damit spielen Sozialleistungen bei der Armutsbekämpfung eine zentrale Rolle. Ohne sie würde die Armutsgefährdung enorm steigen. Denn die ständig steigenden Lebenshaltungskosten bei den im Langzeit-Vergleich stagnierenden Löhnen führen zu einem immer höheren Druck, vor allem auf die 3,7 Millionen Beschäftigten. Gerade sie aber finanzieren den Löwenanteil der Sozialleistungen.

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