Arbeitszeit und Arbeitsruhe im Fokus der Arbeitsinspektion
Kontrollen und Beratungen sollen das Wissen über die geltenden Bestimmungen in den Betrieben stärken und die Arbeitsbedingungen verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Schutz von Schwangeren und Lehrlingen.
Über 11.500 Beanstandungen rund um das Thema Arbeitszeit und Arbeitsruhe wurden zwischen 2023 und 2025 über alle Branchen hinweg festgestellt:
- Fehlende Arbeitszeitaufzeichnungen (3.500 Fälle),
- unzulässig gelegte Ruhepausen (2.800),
- unvollständige Arbeitszeitaufzeichnungen (1.300),
- fehlende Ruhepausen bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit (750) sowie
- Überschreitungen der täglichen Höchstarbeitszeit von 12 Stunden (700).
Bei den diesjährigen Fokustagen „Arbeitszeit und Arbeitsruhe“ gilt das Augenmerk den vier Branchen Handel, Bau- und Baunebengewerbe, Freizeitbetriebe und Gastronomie, da dort erfahrungsgemäß besonders häufig Arbeitszeitverstöße festgestellt werden.
Es ist nicht immer angenehm
Der erste Fokustag im heurigen März war dem Handel gewidmet. Im Mittelpunkt stand die Kontrolle der Arbeitszeiten während der vergangenen Weihnachtszeit. 400 Kontrollen und 300 Beratungen wurden an diesem Tag österreichweit durchgeführt – und 750 Beanstandungen festgestellt. Am häufigsten betrafen sie falsch gelegte oder fehlende Ruhepausen, Überschreitungen der täglichen Höchstarbeitszeit von 12 Stunden und zu kurze tägliche Ruhezeiten.
Der zweite Fokustag im Juni galt dem Bau- und Baunebengewerbe. Die Autorin dieser Zeilen begleitete einen Arbeitsinspektor: 8 Uhr früh, ein kleiner Familienbetrieb, der Elektroinstallationen anbietet. Sichtlich überrascht von unserem Besuch, nimmt uns der Verantwortliche des Betriebs in sein Büro mit. Die Arbeitszeiten der Arbeiter:innen und Angestellten werden in fein säuberlich sortierten Ordnern vorgelegt. Ob sie in Papierform oder elektronisch geführt werden, ist dem Betrieb überlassen. Sie sind jedenfalls durchwegs korrekt aufgezeichnet – Dauer der Arbeitszeit und Pausen geben demnach keinen Grund für Beanstandungen. Zum Abschluss weisen wir noch auf besondere Schutzvorschriften für Lehrlinge unter 18 Jahren sowie Schwangere hin und gehen auf Fragen ein. Im Ergebnis eine auch für den Arbeitsinspektor sehr angenehme Kontrolle und Beratung, die nicht immer so reibungslos abläuft.
Beratungsoffensive und die nächsten Fokustage
Weiter geht es am 16. September in Freizeitbetrieben und am 26. November in der Gastronomie. Ein Abschlussbericht wird Anfang 2027 unter www.arbeitsinspektion.gv.at veröffentlicht. Neben den Fokustagen läuft über das gesamte Jahr 2026 eine Beratungsoffensive zum Thema Arbeitszeit und Arbeitsruhe, mit dem Ziel, Mängel überhaupt zu vermeiden. Für jede Schwerpunktbranche stehen Informationsblätter zum Download zur Verfügung.
Magazin Gesunde Arbeit 3/2026, Stamm-Ausgabe