Junge Beschäftigte zunehmend unter Druck
Der aktuelle Arbeitsklima Index zeigt, dass der Alltag der Salzburger Beschäftigten im Jahr 2025 von Stress, Sorgen und Unsicherheiten geprägt ist. Besonders davon betroffen sind junge Beschäftigte.
Die allgemeine Zufriedenheit – dies zeigen aktuelle Daten des Arbeitsklima Index – nimmt ab. Ausschlaggebend dafür sind vor allem Erfahrungen vielseitiger und weitreichender Krisen, die zu einem ausgeprägten Pessimismus führen: Mehr als jede:r zweite Beschäftigte (53 Prozent) beurteilt die gesellschaftliche Entwicklung negativ. Auffällig ist, dass junge Beschäftigte bis 35 Jahre zunehmend ihren Optimismus verlieren. Gegenüber den Vorjahren ist der Anteil derjenigen, die den gesellschaftlichen Entwicklungen optimistisch gegenüberstehen, um 14 Prozentpunkte auf 50 Prozent gesunken. Die wirtschaftlich angespannte Situation zeigt sich auch deutlich in den materiellen Verhältnissen: 45 Prozent der jungen Beschäftigten kommen mit ihrem Einkommen nur sehr schwer oder bereits nicht mehr aus.
Ein Drittel klagt über Zeitdruck
Doch nicht nur gesellschaftliche Tendenzen belasten die jungen Beschäftigten. Die Salzburger Arbeitswelt ist seit Jahren von hoher Intensität bestimmt, wobei belastende Effekte technologisch angetriebener Rationalisierungsprozesse zunehmend durchschlagen. Insbesondere jüngere Beschäftigte sind in hohem Maß mit technologisch angetriebenen Veränderungen konfrontiert. So fühlt sich mehr als jede:r Dritte der unter 35-Jährigen (35 Prozent) durch Zeitdruck bei der Arbeit (sehr) belastet, ein Viertel der jungen Salzburger Beschäftigten (25 Prozent) empfindet die eigene Tätigkeit als psychisch aufreibend und jede:r Fünfte (20 Prozent) leidet unter entgrenzten Arbeitszeiten. Knapp ein Drittel (30 Prozent) hält es vor diesem Hintergrund für (sehr) unwahrscheinlich, bis zur Pension gesund arbeiten zu können.
45 Prozent für Arbeitszeitverkürzung
Angesichts umfassender Krisenerfahrungen, materieller Unsicherheiten und hoher Arbeitsintensität ist die überwiegende Mehrheit junger Beschäftigter (85 Prozent) im Alltag mäßig bis stark durch Stress belastet. Rückzug und Erholung fallen unter diesen Bedingungen besonders schwer, weshalb 75 Prozent der jungen Beschäftigten Probleme damit haben, nicht abschalten zu können. Zudem fühlen sich 62 Prozent der jungen Arbeitenden in Salzburg regelmäßig erschöpft, 36 Prozent sogar (sehr) häufig.
Zusammenfassend zeigt sich ein problematisches Bild. Zugleich sind Ansprüche und Wünsche der Arbeitenden Teil der Wirklichkeit und geben wichtige Impulse für eine emanzipatorische Arbeits- und Sozialpolitik. So sehen die Salzburger Beschäftigten auch Handlungsmöglichkeiten, um ihre Lage zu verbessern. Um beispielsweise ihre Arbeitsfähigkeit zu schützen und die herrschende Arbeitsintensität zu verringern, erachten viele Beschäftigte (45 Prozent) Formen der Arbeitszeitverkürzung als wesentliche, sinnvolle Maßnahme.
Magazin Gesunde Arbeit 1/2026, Salzburg-Ausgabe