Wege zu einem gelungenen Lehrabschluss
Der Lehrabschluss ist ein wichtiger Schritt im Leben eines Lehrlings. Für viele Jugendliche ist die Lehrabschlussprüfung die erste große berufliche Herausforderung. Das macht Druck – und löst oft Unsicherheiten und Ängste aus. Betriebe können entscheidend dazu beitragen, Lehrlinge bestmöglich vorzubereiten.
Die Prüfungssituation ist emotional aufgeladen und kann zu ausgeprägter Prüfungsangst führen. Diese beeinflusst sowohl die Konzentration als auch die Leistungsfähigkeit und erschwert deutlich die Prüfungsvorbereitung: Der Lernstoff wird schlechter aufgenommen, Selbstzweifel steigen und die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten fällt schwer. Im Ausbildungsalltag geht dieses Thema oft unter.
Auf den Punkt
Ein gelungener Lehrabschluss ist eine gemeinsame Aufgabe von Lehrlingen, Betrieben und Berufsschulen. Lehrlingsverantwortliche können mit gezielten Maßnahmen wesentlich dazu beitragen, jungen Menschen einen erfolgreichen Abschluss und einen guten Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.
Gute Vorbereitung als Schlüssel
Wer gut vorbereitet in die Prüfung geht, erlebt sie meist ruhiger und erfolgreicher. Neben innerbetrieblichen Maßnahmen sind auch berufsschulische und externe Angebote wichtig. Für die meisten Lehrberufe gibt es auch Vorbereitungskurse. Besonders hilfreich sind Prüfungssimulationen, um Lehrlinge mit dem Prüfungssetting vertraut zu machen.
Lehrabschlussprüfungen finden nicht öffentlich und meist an einem externen Ort statt. Wer die Räumlichkeiten vorher kennt, geht am Prüfungstag entspannter hinein. Deshalb lohnt es sich, den Prüfungsort vorab zu klären und – wenn möglich – einmal zu besuchen.
Die richtige Vorbereitung
Lehrlinge sollen spüren: Sie haben es in der Hand, sich gut aufzustellen – im Hinblick auf Ressourcen und Handlungsspielräume. Dazu zählen alltagspraktische Strategien wie rechtzeitiges Vorbereiten von Unterlagen, ausreichender Schlaf und strukturierte Lernmethoden.
Wie Betriebe Lehrlinge gezielt unterstützen können
Betriebe haben vielfältige Möglichkeiten, Lehrlinge fachlich und psychologisch vorzubereiten. Ausbildner:innen können zum Beispiel prüfungsrelevante Inhalte wiederholen oder betriebsinterne Prüfungssimulationen anbieten. Wenn die Prüfungsangst sehr ausgeprägt ist, können Arbeitspsycholog:innen oder externe Beratungsstellen zurate gezogen werden. Gemeinsam mit Betriebsrat oder Jugendvertrauensrat lassen sich zusätzliche Unterstützungsangebote organisieren.
Erfahrene Mitarbeiter:innen können als Mentor:innen begleiten: Regelmäßige Gespräche und laufendes Feedback schaffen Vertrauen und reduzieren Unsicherheiten. Zusätzlich können Betriebe Angebote wie das KUS-Netzwerk nutzen, das in herausfordernden Situationen unterstützt.
Zeit und Ressourcen bereitstellen
Prüfungsvorbereitung braucht Zeit. Betriebe können Spielräume schaffen – etwa durch flexible Arbeitszeiten oder Freistellungen. Auch praktische Hilfe wirkt: Lernmaterialien, Fachliteratur, digitale Ressourcen oder bei Bedarf Nachhilfe. So zeigen Betriebe: „Wir stehen hinter dir.“
Magazin Gesunde Arbeit 1/2026, Stamm-Ausgabe