Zum Hauptinhalt wechseln

Milliardengrab Arbeitsunfall & neue Bedrohungen: Wie die AUVA heimische Betriebe mit neuen Schutzstrategien unterstützt

Die Zahl der Arbeitsunfälle in Österreich ist im vergangenen Jahr auf 128.878 gesunken. Diese Entwicklung ist mehr als eine bloße statistische Entspannung: Sie ist die messbare Konsequenz stetiger Präventionsarbeit und belegt die Wirksamkeit langjähriger Schutzmaßnahmen.

Gesunde Arbeit

Doch trotz dieses Erfolgs verbergen sich hinter der Bilanz teure Dauerbrenner und neue Bedrohungsszenarien für Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Lärmschwerhörigkeit und tödliche Abstürze am Bau bringen nicht nur unsägliches Leid über betroffene Familien, sondern kosten die Unternehmen Millionen, während der Klimawandel und eine spürbar steigende Gewaltbereitschaft am Arbeitsplatz nach neuen Herangehensweisen verlangen.

Teure Schwerkraft und die Gefahren des Lärms

Die klassische Industrie ist nach den Pandemiejahren wieder voll im Fokus. Mit 814 anerkannten Fällen (62,3 Prozent) ist die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit die mit Abstand häufigste Berufskrankheit. Gleichzeitig liefert die Baubranche einen dramatischen Befund: Neun von 14 tödlichen Absturzunfällen ereigneten sich am Bau. Dies ist nicht nur mit unermesslichem menschlichem Leid und Folgekosten für das Sozialsystem verbunden, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Faktor: Jeder Absturz kostet ein Bauunternehmen durchschnittlich 15.000 Euro für Entgeltfortzahlung, Ersatzarbeitskräfte und Stillstandszeiten.

Hitze und Klima: Wenn das Wetter zur Gefahr wird

Die klassischen Unfallursachen werden zunehmend von neuen, globalen Faktoren überschattet. Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterereignisse sind zu einem akuten Arbeitnehmer:innenschutz-Risiko geworden. Ziel der AUVA ist es, Unternehmen mit konkreten Checklisten und Beratung zur Seite zu stehen, um Belegschaften vor den massiven gesundheitlichen Folgen von Hitzestress zu bewahren – abseits von reinen Appellen zum Wassertrinken.

Raues Klima: Gewalt als wachsende Bedrohung

Neben den physischen Rahmenbedingungen verschärft sich auch das soziale Klima in vielen Branchen spürbar. Die AUVA registriert eine Zunahme von Arbeitsunfällen infolge von Gewalt. Doch diese Vorfälle bilden nur die Spitze des Eisbergs ab: Psychische Gewalt, verbale Übergriffe, Belästigung und sexuelle Gewalt können in der reinen Unfallstatistik in der Regel nicht erfasst werden. Um Betriebe hier künftig noch besser zu unterstützen, bereitet die AUVA für den weiteren Jahresverlauf eine Aufklärungsinitiative vor. Das Notfallmanagement und die psychosoziale Betreuung von Betroffenen nach traumatischen Ereignissen stehen im Fokus der Initiative. 

Prävention als bester Wirtschaftsfaktor

„Ein Arbeitsunfall oder ein hitzebedingter Krankenstand ist nicht nur eine menschliche Belastung, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Schaden für jedes Unternehmen. Die wachsenden Bedrohungen durch Extremwetter oder Gewalt am Arbeitsplatz erfordern neue Antworten. Als Partner der Wirtschaft ist es unsere Aufgabe, genau diese Antworten im Sinne der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter:innen zu liefern“, sagt Roland Pichler, Stv. Generaldirektor der AUVA.