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Arbeitszeitverkürzung jetzt – für gerechte, gesunde Arbeit!

Österreichs Beschäftigte arbeiten zu lange und leisten viele unbezahlte Überstunden. Wir als AK und ÖGB fordern eine Arbeitszeitverkürzung und konsequente Kontrolle – Arbeit darf nicht krank machen und muss mit dem Leben vereinbar sein.

Es braucht ein neues Arbeitszeitgesetz: ÖGB und AK fordern eine spürbare Verkürzung der gesetzlichen Normalarbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich. AdobeStock / bahriri

Vollzeitkräfte leisten im Schnitt 40,7 Stunden pro Woche, mit 1.725 Jahresstunden liegen wir klar über dem EU-Durchschnitt – und ein erheblicher Teil bleibt unbezahlt: 2025 wurden 45,9 Millionen Mio. Mehr- und Überstunden nicht abgegolten. Das entspricht über 2,5 Mrd. Euro, die den Arbeitnehmer:innen vorenthalten wurden. 

Mehr Produktivität, mehr Arbeitsdruck 

Dabei steigt die Zahl der Beschäftigten, die sich überlastet fühlen, dramatisch. Seit 1975 gilt die Normalarbeitszeit von 40 Stunden. Mehr als 50 Jahre gab es keine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung – dabei hat sich die Produktivität mehr als verdoppelt! Die Arbeit ist anspruchsvoller und belastender geworden, die Menschen bräuchten mehr Zeit zur Erholung. Stattdessen wurde 2018 der 12-Stunden-Tag eingeführt: ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert, statt im 21. anzukommen, in dem 40 Stunden angesichts der intensivierten Arbeit und des verdichteten Lebens nicht mehr zeitgemäß sind. 

Unsere Forderungen als AK und ÖGB: 

  • Verkürzung der gesetzlichen Normalarbeitszeit bei vollem Lohn- und Personalausgleich 
  • Rücknahme der Regelungen zum 12-Stunden-Tag 
  • Pilotversuche für eine 4-Tage-Woche nach deutschem, schweizerischem und britischem Vorbild 
  • All-in-Verträge verbieten (Ausnahme: Führungskräfte oberhalb der SV-Höchstbeitragsgrundlage) 
  • Ende der Diskriminierung von Teilzeitkräften, Recht auf Stundenaufstockung, gleiche Zuschläge wie bei Überstunden
  • Personelle Aufstockung von Kontrollbehörden (Arbeitsinspektion, Finanzpolizei, ÖGK) 
  • Abschreckende Strafen bei Lohn- und Sozialdumping, Wiedereinführung des Kumulationsprinzips 

Wir brauchen eine Arbeitszeit, die Familie, Erholung und gesundes Arbeiten erlaubt. Umfragen zeigen: Ein Drittel der Beschäftigten fürchtet, nicht bis zur Pension durchzuhalten. 82 Prozent wollen kürzer arbeiten. Eine Arbeitszeitverkürzung würde außerdem zu einer gerechteren Verteilung zwischen Voll- und Teilzeitkräften führen und damit auch einen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern leisten. 

AUF EINEN BLICK 


Recht auf Leben neben der Arbeit 
Die Arbeitszeitverkürzung ist gesundheits- und gesellschaftspolitisch notwendig, schützt vor körperlicher und psychischer Überlastung, fördert Motivation und Produktivität und verschafft Menschen die Zeit, die ihnen zusteht. Denn die Arbeit ist heute so verdichtet, dass wir ein Recht auf mehr Zeit für uns selbst, die Familie und ein gutes und gesundes Leben haben. 

 

 

Magazin Gesunde Arbeit 3/2026, Stamm-Ausgabe