Wie viel Homeoffice ist gesund?
Homeoffice ist aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Doch wie gelingt die richtige Balance zwischen Büro und Schreibtisch zu Hause? Studien zeigen: Zwanzig bis vierzig Prozent Homeoffice pro Woche können sich positiv auf die Gesundheit auswirken – solange soziale Isolation vermieden wird.
Arbeiten von zu Hause ist inzwischen fester Bestandteil im Arbeitsalltag, insbesondere im Bereich der Wissensarbeit. Wenngleich aktuell einige große Unternehmen ihre Homeoffice-Regelungen zurücknehmen und zur Präsenzarbeit zurückkehren, haben sich hybride Modelle etabliert, die Büro und Homeoffice kombinieren. Dabei stellt sich häufig die Frage: Wie soll das Verhältnis von Präsenzarbeit und Arbeit im Homeoffice ausgestaltet sein bzw. welches Ausmaß an Homeoffice ist optimal?
Wie in vielen Dingen gibt es auch auf diese Frage keine eindeutige, für alle gültige Antwort. Denn das passende Homeoffice-Ausmaß hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Art der Tätigkeit. Erfordern die Arbeitsaufgaben häufig Austausch und Abstimmung mit Kolleg:innen oder den persönlichen Kontakt mit Kund:innen, ist die Anwesenheit vor Ort essenziell.
20 bis 40 % Homeoffice pro Woche wirken positiv
Dennoch deuten Überblicksarbeiten darauf hin, dass ein moderates Maß an Homeoffice – zwanzig bis vierzig Prozent der wöchentlichen Arbeitsstunden – mit einer besseren Gesundheit einhergeht. Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten (können), sind beispielsweise seltener krank, fehlen weniger und berichten von einer besseren physischen und psychischen Verfassung. So treten etwa psychosomatische Beschwerden oder depressive Symptome seltener auf. Diese Effekte fallen allerdings gering bzw. schwach aus. Das liegt einerseits daran, dass die Gesundheit von vielfältigen Faktoren beeinflusst wird. Andererseits hat die Arbeit im Homeoffice nicht nur positive, sondern auch negative Seiten.
Autonomie als Pluspunkt
Als positiv wird vor allem die größere Autonomie erlebt. Durch die räumliche Distanz zu Kolleg:innen und Vorgesetzten arbeiten Beschäftigte im Homeoffice ohne direkte Kontrolle. Sie legen eigenständig fest, wann, wo und wie sie ihre Aufgaben erledigen. Dies ermöglicht es ihnen, ungestörter zu arbeiten und ihre persönlichen Ressourcen besser zu nutzen.
Soziale Isolation als Kehrseite
Ein Nachteil hingegen ist die soziale Isolation: Wer im Homeoffice arbeitet – räumlich und zeitlich getrennt von den Kolleg:innen –, hat keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu unmittelbarer sozialer Unterstützung und persönlichen Gesprächen. Folglich besteht die Gefahr, dass sich Personen, die im Homeoffice arbeiten, weniger in das Arbeitsteam integriert und weniger mit den Arbeitskolleg:innen verbunden fühlen.
Es gilt, auszuloten
Bei zwanzig bis vierzig Prozent Homeoffice pro Woche bleiben die Nachteile der sozialen Isolation begrenzt, sodass Homeoffice bei mittlerer Intensität mit moderaten Vorteilen einhergeht. Zudem können Organisationen aktiv gegensteuern, etwa durch regelmäßige Teamtreffen und soziale Aktivitäten.
Magazin Gesunde Arbeit 1/2026, Stamm-Ausgabe