Damit Pflege Zukunft hat
Viele Pflegekräfte arbeiten am Limit: Unterbesetzung und hohe Belastungen erschweren ihren Beruf. Gewerkschaften fordern daher mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und echte Wertschätzung für jene, die das Gesundheitssystem tragen.
Nachtdienst, 3 Uhr früh: Eine Pflegekraft wird erneut zur Patientin ans Bett gerufen – erschöpft von Schichtarbeit und Personalmangel. Szenen wie diese gehören in vielen Einrichtungen zum Alltag. Überall muss gespart werden – gerade im Gesundheitssystem erschwert Personalmangel ohnehin schon die Arbeitsbedingungen. Wie lässt sich das ändern?
Pflege ist für alle Generationen wichtig
„Die Kolleginnen und Kollegen leisten körperliche und emotionale Schwerarbeit“, sagt Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft. Seit Jahren macht er auf die Umstände in der Pflege aufmerksam. Nur durch solidarischen Druck und politischen Weitblick gelinge eine nachhaltige Pflegeversorgung, die Menschlichkeit bewahrt und allen Generationen dient.
Es muss etwas passieren
Die gemeinsame Botschaft der Gewerkschaften ist klar: „Pflege bleibt stark, sichtbar – unverzichtbar.“ Dienstpläne müssen verlässlich sein, denn Ausfälle durch Krankheit, Weiterbildungen oder andere Gründe sind derzeit kaum abgedeckt. Auf vielen Stationen ist das Personal bereits knapp, Nachtdienste müssen oft von einer einzigen Person bewältigt werden.
Das ständige und kurzfristige Einspringen belastet nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern auch ihr Privat- und Familienleben. „Vor diesem Hintergrund braucht es auch eine nachhaltige und ausreichende Finanzierung im Gesundheitswesen und Langzeitpflegesystem“, fordert Barbara Marx, Expertin im ÖGB.
Nachhaltige Finanzierung als Basis
Gute Pflege erfordert qualifiziertes Personal – und dieses braucht wiederum Zeit für den „Faktor Mensch“ in der Betreuung: persönliche Gespräche, Erklärungen und das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.
„Ohne Personal geht sich gute Versorgung irgendwann nicht mehr aus – weder für die Patient:innen noch für uns Beschäftigte“, bringt es Gerald Mjka, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Gesundheit, auf den Punkt. Das Kernanliegen ist die langfristige Absicherung des Gesundheitssystems, unter anderem durch eine staatliche Finanzierung und eine angemessene Entlohnung. Dabei geht es aber nicht nur um Geld und Personal – sondern auch um Haltung.
Faire Bedingungen
Wie zeigt sich Anerkennung? Durch eine faire Entlohnung, ist sich Eva Scherz, KV-Chefverhandlerin der GPA, sicher: „Soziale Arbeit ist mehr wert, als ihr aktuell beigemessen wird.“ Edgar Martin, Vorsitzender des „Teams Gesundheit“ bei younion, fasst zusammen: „Wir sind nur gemeinsam stark mit fairen Bedingungen – für alle Berufsgruppen.“
Magazin Gesunde Arbeit 2/2026, Stamm-Ausgabe