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Arbeitsinspektion: Im Einsatz für die Sicherheit junger Arbeitnehmer:innen

Seit 1999 stärkt das team4young der Arbeitsinspektion das Bewusstsein junger Arbeitnehmer:innen. Mit Vorträgen, Projekten im Rahmen von EU-Kampagnen oder der aktiven Einbindung junger Perspektiven sensibilisiert die Initiative Jugendliche für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Ein Interview mit Harald Frimmel-Walser, Arbeitsinspektor und langjähriger Leiter des Teams.

Seit 1999 stärkt das team4young der Arbeitsinspektion das Bewusstsein junger Arbeitnehmer:innen. Adobe Stock / Visual Generation

Wer ist das team4young?  
Wir sind eine Gruppe von Arbeitsinspektor:innen, die das Bewusstsein für Arbeitnehmer:innenschutz unter Jugendlichen erhöhen wollen. Gegründet wurde das Team bereits vor 27 Jahren. Wir halten Vorträge in berufsbildenden Schulen, bereiten Unterlagen auf und sind auf Berufsmessen vertreten. Wir fokussieren auf die Jugend, weil die Vermittlung von Information und Wissen rund um die Themen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gerade beim Berufseinstieg wichtig ist. 

Beispiele für erfolgreiche Projekte?  
Zwei Projekte im Rahmen von EU-Kampagnen möchte ich besonders erwähnen: Um den sicheren Einstieg ins Berufsleben ging es beim Projekt „Starte sicher“ (2006). Ausgangspunkt waren überdurchschnittlich häufige Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen unter jugendlichen Arbeitnehmer:innen. Zwei berufsbildende Schulen bieten bis heute Ausbildungskurse für Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) an. Das ist wichtig, weil in Betrieben mit SVPs der Arbeitnehmer:innenschutz oft einen höheren Stellenwert hat. 
Beim Projekt „Digitalisierung der Arbeit – was denken die Jugendlichen darüber?“ (2025) ging es darum, wie sich Jugendliche Arbeit in Zeiten der Digitalisierung vorstellen und was das für ihre Gesundheit bedeuten kann. Dazu wurde ein österreichweiter Wettbewerb organisiert, bei dem Schulen und Lehrwerkstätten Beiträge einreichten. Gerade bei einem abstrakten Thema wie Digitalisierung ist es wichtig, Jugendliche früh vorzubereiten und ihre Perspektiven einzubeziehen.  

Wo braucht es noch mehr Bewusstsein?  

Bei der verpflichtenden Gefahrenunterweisung, die für Jugendliche am Beginn des Berufslebens aufgrund der fehlenden Erfahrung besonders wichtig ist. Es kommt leider immer wieder vor, dass nicht unterwiesene Jugendliche schon am ersten Arbeitstag einen Arbeitsunfall erleiden. 
Gefahren für jugendliche Arbeitnehmer:innen gibt es meiner Meinung nach speziell bei der Verwendung von Maschinen. Aufschnittmaschinen werden zum Beispiel gereinigt, ohne vorher den Netzstecker zu ziehen. So kann es passieren, dass die Maschine unbeabsichtigt eingeschaltet wird und es zu Schnittverletzungen kommt. Jugendliche müssen wissen, wie sie mit Maschinen umgehen und was sie bei der Reinigung beachten müssen. 
Ich bin überzeugt, dass viele Unfälle und Erkrankungen vermieden werden können, wenn Vorgesetzte und Jugendliche noch stärker für den Arbeitnehmer:innenschutz sensibilisiert werden.

www.arbeitsinspektion.gv.at/team4young 

Interesse an einer Zusammenarbeit? young@arbeitsinspektion.gv.at   

Fragen zum Schutz jugendlicher Arbeitnehmer:innen? Informationen auf der Webseite oder vom zuständigen Arbeitsinspektorat: www.arbeitsinspektion.gv.at/standorte 

 

Magazin Gesunde Arbeit 1/2026, Stamm-Ausgabe