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Starke Stimme, junges Team!

Lehrjahre sind prägend und manchmal auch herausfordernd. Damit junge Beschäftigte im Betrieb nicht allein dastehen, gibt es den Jugendvertrauensrat (JVR). Er sorgt dafür, dass ihre Anliegen gehört, Probleme frühzeitig gelöst werden und Ausbildung Zukunft schafft.

Der Jugendvertrauensrat: Ansprechpartner, Schutzschild und Brücke für junge Arbeitnehmer:innen. AdobeStock / BillionPhotos.com

Junge Menschen bringen Schwung, neue Perspektiven und viel Lernbereitschaft in Unternehmen. Gerade am Anfang ist jedoch vieles neu: Arbeitszeiten, Rechte, Pflichten und betriebliche Abläufe – ein Dschungel, den man nicht allein betreten muss. 
Der Jugendvertrauensrat ist genau dafür da – als Ansprechpartner, Schutzschild und Brücke zwischen jungen Arbeitnehmer:innen und der Unternehmensführung. 
Ob es um faire Arbeitszeiten geht, Überstunden, die richtige Unterweisung oder um die Frage, ob eine Tätigkeit überhaupt zur Ausbildung passt: Der JVR behält den Überblick. 
Durch die Teilnahme an Betriebsratssitzungen ist der JVR Teil der betrieblichen Mitbestimmung. Anliegen der jungen Beschäftigten werden dort eingebracht, wo Entscheidungen entstehen, das macht den JVR zu einer starken Stimme für Lehrlinge und Jugendliche im Betrieb. 

So entsteht ein JVR und so arbeitet er 

Sobald im Betrieb mindestens fünf Lehrlinge beschäftigt sind, kann ein Jugendvertrauensrat gewählt werden. Startpunkt ist die Jugendversammlung, in der die Wahl organisiert wird – meist mit Unterstützung der Gewerkschaft, die Erfahrung und Know-how einbringt. 
Die Jugendlichen wählen ihre Vertretung aus verschiedenen Listen. Die stimmenstärkste Liste stellt die oder den Vorsitzenden und das Team. 
Nach der Wahl beginnt die eigentliche Arbeit: Jugendvertrauensrät:innen begleiten Lehrlinge im Alltag, achten auf Arbeitsbedingungen, unterstützen bei Konflikten und stellen sicher, dass Ausbildung nicht zur Nebensache wird.  

Schulen, vernetzen, wachsen – der Weg zum starken JVR

 Damit Jugendvertrauensrät:innen ihr Mandat gut ausüben können, stehen ihnen zahlreiche Aus- und Weiterbildungsangebote der Österreichischen Gewerkschaftsjugend zur Verfügung – von Arbeitsrecht und Arbeitnehmer:innenschutz über Kommunikation bis zu sozialen sowie politischen Themen. 

Ein zentraler Bestandteil ist Vernetzung: In Workshops, Seminaren oder JVR-Treffen tauschen sich Mitglieder aus ganz Österreich aus und erhalten Unterstützung bei Herausforderungen im eigenen Betrieb. Begleitet werden sie dabei von Gewerkschaft, ÖGJ und Arbeiterkammer – mit Know-how, Rechtsberatung sowie Tipps zu Gesundheit und Sicherheit. Im Betrieb selbst sind Betriebsrat sowie Lehrlingsausbildner:innen wichtige Partner:innen, mit denen Hand in Hand gearbeitet wird. 

 

Magazin Gesunde Arbeit 1/2026, Stamm-Ausgabe