Gesunde Arbeit

Chefs zur Nachschulung

„Befehlen und antreiben, nicht loben. So führt man Mitarbeiter!“ – dieses Motto könnte einem Managementkurs des ausgehenden 19. Jahrhunderts entstammen. Könnte, denn leider tut es dies nicht. Vielmehr ist es die verkürzte Ergebnisdarstellung einer aktuellen Studie des Instituts zur Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz (IEPB).

Auch als erfahrener Arbeitspsychologe sitzt Mag. Gernot Kampl, MA manchmal staunend vor Befragungsergebnissen, die er einfach nicht erwartet hatte. Nicht, dass die Ergebnisse dieser Studie unklar, verwirrend oder unlogisch gewesen wären. Im Gegenteil, die Offensichtlichkeit der Hauptaussage war es, die ihm doch ein wenig sprachlos gemacht hat: Die Beschäftigten haben zu viel Arbeit und zu hohen Zeitdruck, fühlen sich damit aber von ihren Vorgesetzten alleine gelassen. Fast noch schlimmer aber: Sie werden von ihren Führungskräften demotiviert statt motiviert.

Genauso erging es ihm bei der ersten genauen Betrachtung der Ergebnisse seiner aktuellen Erhebung. Es wurde, dank einer neuen Typologie von Arbeitstätigkeiten, erstmalig detailliert über alle Branchen hinweg untersucht, bei welchen Arbeitstätigkeiten welche Belastungen auftreten. Ziel war es, konkrete gesellschaftliche Problemfelder im beruflichen Gesundheitsschutz aufzuzeigen und zu thematisieren.

Die aktuelle Studie befragte 982 unselbständig berufstätigen Personen im deutschsprachigen Raum zu deren arbeitsbedingten psychosozialen Risiken im Job. Das besorgniserregende Ergebnis: Führungskräfte versetzen ihre Mitarbeiter quer über alle Branchen hinweg unter großen Zeitdruck, indem sie das Abarbeiten von zu großen Arbeitsmengen verlangen. Bei der Arbeitsausübung lassen sie den Beschäftigten zudem keine Handlungsfreiheit und geben auch kein Feedback. Die Folge: Die Gesundheit der Mitarbeiter ist gefährdet!

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