Gesunde Arbeit

Dreistufiges Qualitätssystem der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Um den umfassenden Ansatz der Luxemburger Deklaration breiter als bisher zu verankern, ist es ein wichtiges Ziel moderne Instrumente zur Verfügung zu stellen, die auf die Qualität von gesundheitsfördernden Aktivitäten ausgerichtet sind. Daher sollen jene Betriebe öffentlich gemacht werden, die nicht nur die individuellen Verhaltensweisen fokussieren, sondern auch Maßnahmen zur Optimierung der betrieblichen Rahmenbedingungen (Verhältnisprävention) entwickeln und erfolgreich umsetzen.

Das Österreichische Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung hat dazu ein dreistufiges System (Charta, Gütesiegel, Preis) entwickelt. Mit diesem System werden Kriterien auf einer einheitlichen Basis geschaffen. BGF wird damit bewertbar und im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit nachvollziehbar gemacht. Standardisierte BGF kann darüber hinaus qualitativ und quantitativ evaluiert werden.

1. Stufe: BGF-Charta
Die Unterzeichnung der Charta gilt als Absichtserklärung des Betriebes, sich den Grundsätzen der BGF zu verschreiben und die Unternehmenspolitik an diesen Prinzipien zu orientieren.

2. Stufe: BGF-Gütesiegel

Das BGF-Gütesiegel wird auf Antrag an Betriebe vergeben, die BGF nach den sechs Qualitätskriterien des Europäischen Netzwerkes Betriebliche Gesundheitsförderung anwenden oder zumindest einige dieser Kriterien erfüllen und sich durch besonders innovative Aktivitäten deutlich hervorheben. Ein Fachbeirat begutachtet die Erfüllung der Qualitätskriterien und gibt eine Empfehlung ab. Die Entscheidung über die Zuerkennung des BGF-Gütesiegels trifft das Österreichische Netzwerk Betriebliche Gesundheitsförderung. Der Betrieb erhält dann die Gütesiegel-Plakette mit Urkunde und das Gütesiegel-Logo in elektronischer Form, das für Marketingzwecke genutzt werden kann. Das Gütesiegel wird auf drei Jahre verliehen und muss dann erneut beantragt werden.

3. Stufe: BGF-Preis

Der BGF-Preis prämiert herausragende BGF-Projekte. Der BGF-Preis wird nur an Betriebe verliehen, der alle fünf Phasen in einem Gesundheitsförderungsprojekt durchlaufen hat: Konstituierung, Diagnose, Planung, Umsetzung und Evaluation/Bewertung der Ergebnisse. Die Nominierung erfolgt durch die Regionalstellen des Österreichischen Netzwerkes Betriebliche Gesundheitsförderung aus dem Kreis der BGF-Gütesiegelbetriebe. Eine international besetzte Fachjury wählt die Preisträger aus. Der Preis wird alle drei Jahre in zwei Kategorien vergeben:

  • für Betriebe bis 100 Beschäftigte sowie
  • für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigte.

Darüber hinaus vergibt die Bundesarbeitskammer einen BGF-Sonderpreis für die besondere Beteiligung der Beschäftigten, Sicherheitsvertrauenspersonen und Betriebsräte. Auch die Wirtschaftskammer vergibt gemeinsam mit der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft einen Sonderpreis.

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