Gesunde Arbeit

Gesundheitsförderung bei A1 Telekom Austria

Werner Luksch, A1 Telekom
Werner Luksch Werner Luksch, A1 Telekom

Alarmierende Signale bei den Beschäftigten der österreichischen Mobilfunkgesellschaften im Jahre 2008 waren der erste Anlass, sich mit Gesundheitsförderung zu befassen. Es häuften sich psychosomatische Beschwerden und Burn-out, die Work-Life-Balance geriet zunehmend aus dem Gleichgewicht.

Eine damals von den BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen beim Meinungsforschungsinstitut IFES in Auftrag gegebene Umfrage lieferte wichtige Hinweise für die Ursachen: Hoch gesteckte Zielvorgaben hatten in Kombination mit mehr Autonomie zu Selbstausbeutung geführt und die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen lassen. Damit waren die Arbeitgeber gefordert. In den einzelnen Gesellschaften wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, bestehend aus HR-Verantwortlichen, Kommunikation, Management und Betriebsrat, die sich eher (ver)schleppend an die Problemlösung herantasteten. Mit der Finanzkrise 2008/09 war dann damit endgültig Schluss, andere Themen drängten sich in den Vordergrund.
 
Mit der Verschmelzung der mobilkom austria AG und der Festnetzsparte Telekom Austria Group zur A1 Telekom Austria gewann das Thema jedoch wieder an Brisanz. Es verdichteten sich die Anzeichen, dass die Gesundheitsbelastungen weiter zunahmen. Eine 2011 durchgeführte IFES-Untersuchung bestätigte dies. Alarmierendes Detail: Die Identifikation mit der Firma nimmt ab; Bei vielen vom Dienst freigestellten und in einem „Karrierepool“ zusammengefassten Beschäftigten kommt es zu schwerwiegenden psychosomatischen Störungen. Und die Anderen spüren „den Chef im Nacken“.
 
Nun nimmt der Betriebsrat die Zügel in die Hand: Er ersucht die Personalvertreter in den Bundesländern zu den Umfrageergebnissen Stellung zu beziehen und entwickelt daraus eine erste To-Do-Liste. Kern ist die Konstituierung einer „sozialpartnerschaftlichen“ Arbeitsgruppe, deren erstes Ziel die Erstellung eines Gesundheitsförderungskonzepts ist. Die Unternehmensleitung ihrerseits bleibt nicht untätig - unter der Leitung der HR-Abteilung wird ein eigenes Konzept erstellt. Die beiden Ansätze sollen nun zu einem gemeinsamen Projekt verschmelzen.
 
Parallel wird den Beschäftigten durch „quick wins“ signalisiert, dass etwas weitergeht: Rückenmassage am Arbeitsplatz wird möglich, der ASKÖ bietet ein Programm für mentale und körperliche Fitness an und für eine gesunde Ernährung werden entsprechende Angebote entwickelt.
 
Gleichzeitig werden auf drei Ebenen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Gesundheitspolitik geschaffen:

  • Eine Schlüsselstellung bei der Implementierung der Gesundheitsinitiativen kommt den GesundheitskoordinatorInnen zu. Sie sollen das Ausrollen der Maßnahmen in die Fläche tragen.
  • Die bereits erwähnte „sozialpartnerschaftliche“ Arbeitsgruppe wird nach der Konzepterstellung nicht aufgelöst, sondern soll das gesamte Projekt begleiten.
  • Last but not least ist die Installierung der eigentlichen Projektgruppe eine unumgängliche Voraussetzung für das Gelingen. Sie setzt sich unter der Leitung von Thomas Kainrath aus jeweils sechs Arbeitnehmer- und ArbeitgebervertreterInnen zusammen. Ihre Aufgabe ist es, einen gemeinsamen Projektplan zu entwickeln und dann auch umzusetzen. Die Gesamtlaufzeit des Projekts ist mit drei Jahren angesetzt.

Es hat Eigeninitiative, Energie und einige Umwege gebraucht, um in der A1 Telekom Austria Group zu einem professionellen Gesundheitsprojekt zu kommen. Nunmehr scheinen aber die Voraussetzungen für ein „Vorzeigeprojekt“ gegeben.

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