Gesunde Arbeit

So funktioniert BGF – Ressourcen bewahren, schützen und vermehren

Warum Verhältnisprävention so wichtig ist und warum Gesundheit im Betrieb in der Verantwortung der Unternehmen und jeder/jedes Einzelnen liegt!
Wie funktioniert BGF?
Beispiele für BGF-Einzelmaßnahmen (Quelle: BGF-Handbuch 2019, S. 94)
Zwei Hände halten 2 große Puzzleteile gegen das Licht Wie funktioniert BGF?
Beispiele aus BGF-Handbuch Beispiele für BGF-Einzelmaßnahmen (Quelle: BGF-Handbuch 2019, S. 94)

Roland Spreitzer von der Arbeiterkammer Oberösterreich hat es im A&W-Blog auf den Punkt gebracht: „Allen verhaltensorientierten Angeboten in Unternehmen ist gemein, dass sie als zentrale Botschaft vermitteln: Mache es selbst! – Hör auf zu rauchen! Hör auf zu trinken! Ernähre dich gesünder! Treibe mehr Sport! etc. Damit wird suggeriert, dass die Gesundheit ausschließlich in der Eigenverantwortung jeder/jedes Einzelnen liegt und keinesfalls in der Verantwortung des Betriebes. So einfach ist es aber bei Weitem nicht: Stichwort Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und Arbeitgeberverantwortung.“

Die Verantwortung für die Gesundheit der MitarbeiterInnen liegt zu einem beträchtlichen Anteil bei den ArbeitgeberInnen, denn die Gesundheit der Menschen wird stark von den Bedingungen und Belastungen ihrer Arbeitswelt geprägt.


Wie funktioniert BGF?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine moderne Unternehmensstrategie. Sie geht von der Annahme aus, dass unsere persönliche Gesundheit maßgeblich durch das Unternehmen, in dem wir arbeiten, mitgeprägt wird. Umgekehrt ist jedes Unternehmen auf die Leistungsfähigkeit und damit auch auf die Gesundheit seiner MitarbeiterInnen angewiesen. Damit rücken Aspekte wie der soziale Zusammenhalt am Arbeitsplatz, der Aspekt der Mitgestaltungsmöglichkeiten oder auch der Freude an der beruflichen Tätigkeit selbst in den Mittelpunkt des gesundheitsförderlichen Interesses.

„Im Rahmen eines BGF-Projektes entwickeln wir gemeinsam mit den Unternehmen eine individuell abgestimmte Strategie für ganzheitliche BGF-Projekte“, sagt Claudia Knierer, BGF-Verantwortliche der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK). „Wir begleiten das Unternehmen während der gesamten Projektlaufzeit und unterstützen es bei der Implementierung von BGF in den Regelbetrieb.“ Mit der Veränderung der Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen sowie des eigenen Lebensstils sollen Bedingungen für ein gesundes Leben geschaffen werden. Dabei werden MitarbeiterInnen, die ja die Expertinnen und Experten für ihre eigene Gesundheit sind, aktiv in die Entwicklung und Erhaltung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen an ihrem Arbeitsplatz miteinbezogen.

Auch die einzelnen BGF-Maßnahmen ergeben sich großteils aus diesem partizipativen Prozess. Die Palette ist breit und reicht von der Einführung regelmäßiger Teambesprechungen, der Klärung von Zuständigkeiten, einer Optimierung der Urlaubseinteilung über Workshops zu den Themen Stressvermeidung, Burn-out oder Ernährung bis hin zur Anschaffung von ergonomisch geformten Bürosesseln oder der Installation einer Klimaanlage, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Am erfolgreichsten sind Maßnahmenbündel, die sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Maßnahmen enthalten.


Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) passiert auf zwei Ebenen
Eine Ebene setzt am individuellen Verhalten, dem persönlichen Lebensstil an und die zweite, für die BGF noch wichtigere Ebene setzt an den Verhältnissen im Betrieb an, in denen sich jede/r MitarbeiterIn täglich bewegt, an den gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen seines/ihres ganz persönlichen Arbeitsalltages. „Beide Ebenen sind untrennbar miteinander verbunden, da sie einander ergänzen“, so Claudia Knierer. „Warum die Unterscheidung Verhalten/Verhältnisse aber dennoch so wichtig ist, ist einfach erklärt“, so die BGF-Expertin: „Veränderungen beim persönlichen Verhalten zu erreichen (hier geht es um Fragen wie: Ernähre ich mich richtig? Bewege ich mich ausreichend? Was kann ich für mich und mein persönliches Wohlbefinden tun? etc.), ist grundsätzlich auch ohne BGF möglich. Aber die Arbeitsbedingungen im Unternehmen können nur in Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung und den MitarbeiterInnen gesundheitsförderlich gestaltet werden.

Betriebliche Gesundheitsförderung wirkt!
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen positive Auswirkungen der BGF auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einen wirtschaftlichen Nutzen für Unternehmen. ÖkonomInnen sprechen von einem Return on Investment (ROI) von 1:3 bis 1:26. Das heißt: Jeder in die BGF investierte Euro kommt somit mehrfach zurück. All diese Argumente sprechen dafür, BGF in jedem Unternehmen zu etablieren.

BGF-Angebot der NÖGKK
Die NÖGKK ist als Regionalstelle des Österreichischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung (ÖNBGF) in Niederösterreich zentrale Anlaufstelle für interessierte und in der BGF aktive Unternehmen. Was 2003 begann, ist im Jahr 2019 zu einem Betriebsnetzwerk mit rund 900 niederösterreichischen Betrieben gewachsen. Dadurch hatten über die Jahre hinweg über 90.000 Beschäftigte in BGF-Partnerunternehmen der NÖGKK Zugang zu betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

Die NÖGKK bietet in der BGF ein sehr vielfältiges Leistungsangebot für Groß-, Mittel-, Klein- und Kleinstbetriebe an. Dieses ist abhängig von Unternehmensgröße und -struktur und wird ganz individuell auf die Bedürfnisse und Ziele eines Unternehmens abgestimmt. Die Unternehmen werden von der NÖGKK während der gesamten Projektlaufzeit betreut und bei der Implementierung von BGF in den Regelbetrieb unterstützt.

Sind Sie neugierig geworden? Dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung und werden Sie ein Teil der stetig wachsenden BGF-Gemeinde. Detaillierte Informationen zum Angebot erhalten Sie gerne in einem kostenlosen, unverbindlichen und individuellen Beratungsgespräch mit einem/einer BGF-BeraterIn der NÖGKK.

AnsprechpartnerInnen für BGF in der NÖGKK sind: Claudia Knierer, Tel.: 05 08 99 DW 6212, und Mag. Manfred Löffler, DW 6211. Weitere Infos zum BGF-Angebot der NÖGKK finden Sie auf der Homepage www.noebgf.at unter der Rubrik „Gesunde Betriebe“.

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