Gesunde Arbeit

Sicherheit und Gesundheit fängt bei der Lehrlingsausbildung an

Betriebsbesuch beim Glasverpackungshersteller VETROPACK am Standort in Pöchlarn: Hier fängt die tägliche Ausbildung der Lehrlinge mit der „Sicherheitsminute“ an, denn das nachhaltige Wissen über die Themen „Sicherheit und Gesundheit“ ist der Firmenleitung ein wichtiges Anliegen.
Lehrlingsausbildner Jürgen Pöcklhofer, Sicherheitsfachkraft Werner Weselka und Lehrlinge Die neue Lehrwerkstätte ist vom TÜV elektrisch geprüft und u. a. mit einer Drehmaschine, einer Fräsmaschine und zwei Elektropneumatik-Stationen ausgestattet.
Glasverpackung im Produktionsprozess Glasverpackung im Produktionsprozess

Die Firma VETROPACK, ein europäischer Hersteller für Glasverpackungen mit Standorten in Pöchlarn (NÖ) und Kremsmünster (OÖ), bildet ihre Lehrlinge am Standort Pöchlarn aus. 2018 wurde der Lehrberuf Glasfaserverfahrenstechniker eingeführt. Die Lehrlinge werden nach Abschluss ihrer Ausbildung in der gesamten Produktion eingesetzt.

Gefahren der Glasverpackungsherstellung
Die Glasverpackungsherstellung ist mit großen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit verbunden, wie beispielsweise Verfahrenstemperaturen bis zu 1.600 °C, Lärmbelastungen über 85 dB, permanenter Staplerverkehr u. v. m.

Um den Belastungen für Körper und Psyche (z. B. Konzentration) entgegenzuwirken, werden regelmäßig Sicherheitsschulungen für Lehrlinge und MitarbeiterInnen im Produktionsbereich durchgeführt. „Unsere Lehrlinge fangen den Tag mit der morgendlichen Sicherheitsminute an und werden so aktiv über die Gefahren in der Arbeit informiert“, so Lehrlingsausbildner Jürgen Pöcklhofer.

Die neue Lehrwerkstätte ist vom TÜV elektrisch geprüft und unter anderem mit einer Drehmaschine, einer Fräsmaschine und zwei Elektropneumatik-Stationen ausgestattet. An den Werkbänken finden sich ergonomisch höhenverstellbare Schraubstöcke, an denen die Ausbildung von jährlich acht neuen Lehrlingen erfolgt. Bei den Lehrlingen wird ab dem ersten Tag im Unternehmen das Bewusstsein für Sicherheit und Gesundheit geschärft und dadurch arbeitsbedingten Erkrankungen entgegenwirkt.


Lehrlings- und MitarbeiterInnenausbildung im Trainingscenter
Zur Ausbildung der Lehrlinge und der MitarbeiterInnen im europaweit tätigen Unternehmen stehen Vortragsraum und Trainingscenter zur Verfügung. Der Vortragsraum ist mit neun Schreibtischen und PCs ausgestattet, für jede/n SchulungsteilnehmerIn ein eigener Platz. Der Umgang mit Daten laut Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird dabei ebenso besprochen wie die aktuellen Themen der Digitalisierung. So berichtete z. B. Marketingleiterin Mag.a Petra Petrasch über die geplanten Investitionen in einen Schulungsroboter und in ein SMART-Board.

Im Trainingscenter sind eine IS-Maschine (individual section machine) und zwei Stationen einer AIS-Maschine (advanced individual section machine) aufgebaut. Es handelt sich um eine voll funktionstüchtige Glasverarbeitungsmaschine, an der im „kalten“ Betrieb trainiert wird. Die komplexen Einstellungen und Bedienungen der Anlage werden hiermit gefahrlos geschult und die Unterweisung der bestehenden Gefahren wird anschaulicher. Mit dieser Ausbildung wird eine sorgfältige Einschulung sichergestellt. Die Lehrlinge werden sechs Monate in der Lehrwerkstätte und im Trainingscenter ausgebildet, gehen dann in die Berufsschule und für jeweils drei bis vier Monate in die einzelnen Abteilungen im Produktionsbetrieb, wo bei 1600 °C heißer Glasschmelze unter Aufsicht weiter ausgebildet wird. Die Ausbildung zum Stapler- und Kranfahrer wird jedem Lehrling ermöglicht, die Kosten werden vom Unternehmen übernommen.


Werkskantine und BGF
Dank der guten Zusammenarbeit von BetriebsrätInnen und Unternehmungsleitung hat jede/r MitarbeiterIn die Möglichkeit, in die Werkskantine essen zu gehen. Was hier auffällt: Gesunde Speisen werden finanziell gefördert.

Der tägliche Obstkorb ist um regionales Gemüse der Saison erweitert und wird von den MitarbeiterInnen gut angenommen. Das BGF-Programm „Rückenfit“ wird ab November durch Yoga ersetzt. So wird versucht, die TeilnehmerInnenzahlen weiter zu erhöhen. Ebenso finden sich Nordic Walking und „Mit dem Rad zur Arbeit“ im Firmenfitness-Programmfolder.


Arbeitsbedingten Erkrankungen entgegenwirken
Die gesetzlich vorgeschriebenen arbeitsmedizinischen Untersuchungen werden gemeinsam von internen und externen ArbeitsmedizinerInnen durchgeführt. Die Meinung zusätzlicher ExpertInnen wird im Bedarfsfall für Arbeitsplätze, bei denen unter großer Hitze- oder unter Staubeinwirkung gearbeitet wird, hinzugezogen. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Präventionstätigkeiten ist eine Sicherheitsfachkraft (SFK) fest angestellt. Zum Aufgabengebiet der SFK zählen auch die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP); die daraus entstehenden Synergien hat das Unternehmen erkannt.

Die Erkenntnisse der SFK werden somit in die täglichen Produktionssitzungen eingebracht. So berichtete SFK Werner Weselka von verbesserten Arbeitsbedingungen beim Recycling durch die Verwendung eines karbonverstärkten Unterarmschutzes und von der Einführung verstärkter persönlicher Schutzausrüstung (PSA), z. B. Anstoßkappen im gesamten Produktionsbereich.


Von Beginn an informiert
Die „Herzlich willkommen“-Mappe, die jeder Lehrling und jede/r MitarbeiterIn am ersten Tag bekommt, enthält umfangreiche Informationen über Sicherheit und Gesundheit. In dieser werden auch alle Unterweisungen gesammelt und dokumentiert.

Die sicherheits- und gesundheitsfördernden Maßnahmen des Unternehmens haben mit der Erstverleihung des BGF-Gütesiegels (= Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsvorsorge des BGF-Netzwerkes) bereits öffentliche Anerkennung bekommen.

Und für die Ausbildung ihrer Lehrlinge räumte das Unternehmen mehrere Preise ab: z. B. die INEO-Auszeichnung (= Auszeichnung der WKOÖ als vorbildlicher Lehrbetrieb) und im November 2018 die Auszeichnung „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“.

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