Gesunde Arbeit

Ohne Pausen keine Arbeit

Arbeitspausen sind ein wirksames Mittel gegen Ermüdung. Pausenloses Arbeiten hingegen gefährdet die Gesundheit. Hier erfahren Sie mehr über die optimale Häufigkeit, Dauer und Gestaltung von Arbeitspausen.
Pausen abseits des Arbeitsplatzes dienen dem sozialen Austausch und der Erholung.
ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche
Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer auf Kaffeepause am Balkon Pausen abseits des Arbeitsplatzes dienen dem sozialen Austausch und der Erholung.
ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Blasche

Arbeit, insbesondere fordernde und lange Arbeit, geht mit Ermüdung einher. Diese Ermüdung beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern ebenso die Leistungsfähigkeit und Anstrengungsbereitschaft. In weiterer Folge führt das zu einer Fehler- und Unfallhäufung sowie zu einer übermäßigen körperlichen Stressreaktion. Arbeitspausen haben das Vermögen, Ermüdung abzubauen und sind somit ein wirksames Mittel gegen diese Beanspruchungsfolgen.

Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass Arbeitspausen

  • die subjektive Ermüdung reduzieren,
  • die Anstrengungsbereitschaft steigern,
  • trotz Arbeitszeitverlust zu einer Steigerung der Produktivität beitragen,
  • der Entwicklung arbeitsbezogener körperlicher Beschwerden vorbeugen und
  • das Risiko von Fehlern und Unfällen reduzieren.

Zusätzlich vermindern Arbeitspausen die körperliche Stressreaktion und unterstützen Lernen und Problemlösung. Trotz dieser außer Streit stehenden Vorteile neigen wir dazu, Pausen zu vernachlässigen, oftmals im Bestreben, unsere Arbeit nicht zu beeinträchtigen. Tatsächlich würde jedoch auch unsere Arbeit von einer guten Pausengestaltung profitieren.

Timing der Pausen
Arbeit verdeckt oft unser Müdigkeitsempfinden. Dieses kann jedoch durch ein kurzes Innehalten bewusstgemacht werden. Am besten ist es, Pausen nach Abschluss einer Tätigkeit zu machen. Generell gilt, dass häufigere, kürzere Pausen seltenen, langen vorzuziehen sind und mindestens 10 Prozent der Arbeitszeit Pausenzeit sein sollten. Das sind bei einem 8-Stunden-Tag circa 45 Minuten, bei einem 12-Stunden-Tag 75 Minuten und damit mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Pausenzeit von 30 Minuten. Zusätzlich zur Mittagspause sollten alle eineinhalb bis zwei Stunden eine 10-minütige Kurzpause gehalten werden. Bei fordernder und/oder einseitiger Arbeit (z. B. Bildschirmarbeit) sind ein- bis zweiminütige Mikropausen (alle 20 bis 30 Minuten) günstig. Nach 50 Minuten Bildschirmarbeit muss darüber hinaus eine Pause oder ein Tätigkeitswechsel im Ausmaß von 10 Minuten erfolgen – dies ist auch in der Bildschirmarbeitsverordnung festgelegt.

Gestaltung der Pausen
Erholsam ist, was Freude bereitet und Wohlbefinden schafft. Dazu gehören Essen oder Trinken ebenso wie sozialer Austausch, Ruhe oder Bewegung. Es ist vorteilhaft, den Arbeitsplatz zu verlassen, jedenfalls aber die eigene Erreichbarkeit einzuschränken. Erholungsfördernd sind bewusste Entspannung (Musik hören, Liegen, Meditation), der Aufenthalt in oder die Betrachtung der Natur (Bäume, Wiesen, Wasserflächen) sowie körperliche Aktivität (Gehen, Dehnen, Gymnastik). Betriebliche Pausenvereinbarungen und kollegiale Absprachen motivieren zu Pausen und verhindern, dass diese vernachlässigt werden.

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