Gesunde Arbeit

ArbeitnehmerInnen-Tracking am Arbeitsplatz?

Ein Projekt der Fachhochschule St. Pölten gemeinsam mit der TU Wien hat untersucht, wie die Privatsphäre der ArbeitnehmerInnen beim Einsatz von Tracking- und Tracing-Systemen geschützt werden kann.
Überblick über die Einflussfaktoren bei Tracking- und Tracing-Systemen
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Infografik Überblick über die Einflussfaktoren bei Tracking- und Tracing-Systemen Überblick über die Einflussfaktoren bei Tracking- und Tracing-Systemen
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Das Forschungsprojekt „SensiTrack – Tracking vs. Privacy in der Arbeitswelt 4.0“ untersuchte vor allem zwei Fragen: Wie kann gewährleistet werden, dass die Nutzung von Lokalisierungsdiensten keine Datenschutzprobleme verursacht, und welche Rolle spielt die transparente Information über die aufgezeichneten Daten.

Als Projektergebnis wurden unter anderem Richtlinien entwickelt, die es ermöglichen sollen, die positiven Aspekte der Technologie zu unterstützen, aber das Potenzial zur Überwachung durch die ArbeitgeberInnen bewusst einzuschränken. Betroffene ArbeitnehmerInnen sollen so feststellen können, ob die Systeme hinsichtlich der MitarbeiterInnen-Privatsphäre kritisch zu beurteilen sind. Weiters sollen diese Richtlinien Unternehmen bei der Einführung und dem Betreiben von Tracking- & Tracing-Systemen unterstützen, den wirtschaftlichen Nutzen zu erhalten, ohne Strafen durch die DSGVO zu riskieren.

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Abschließend kann gesagt werden, dass es durchaus Vorteile bei der Verwendung von Tracking- & Tracing-Systemen für ArbeitnehmerInnen geben kann, wie z. B. die Erhöhung der Arbeitssicherheit in gefährlichen Umgebungen oder ein besserer Überblick über aktuelle Abläufe im Unternehmen. Dies rechtfertigt jedoch in keiner Hinsicht die missbräuchliche Auswertung dieser Daten, wie z. B. durch die Auswertung von Bewegungsprofilen  oder die Überwachung der ArbeitnehmerInnen.

Wichtig beim Einsatz von Tracking- & Tracing-Systemen ist deshalb, dass man die betroffenen ArbeitnehmerInnen von Beginn an bei der Konzeption miteinbezieht und gemeinsam erarbeitet, wie sie beim Erledigen ihrer Arbeiten damit unterstützt werden können. Dafür ist auch eine starke ArbeitnehmerInnen-Vertretung im Unternehmen wichtig, die auf die Umsetzung der erstellten Richtlinien in diesem Projekt hinweisen kann. Dies führt somit einerseits dazu, dass diese Systeme den erwünschten wirtschaftlichen Nutzen erzielen, aber auch dazu, dass ArbeitnehmerInnen diese akzeptieren und optimal nutzen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Beitrag Asset- und Mitarbeiter*innen-Tracking am Arbeitsplatz: Mehrwert schlägt Bedenken? von Christian Jandl auf dem A&W-Blog.

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