Gesunde Arbeit

Kampf gegen arbeitsbedingten Krebs geht weiter

Pro Jahr sterben rund 1.800 Menschen in Österreich durch arbeitsbedingten Krebs. Das sind viermal so viele wie durch Verkehrsunfälle. Auf diese alarmierenden Zahlen macht die AUVA vor dem Hintergrund des Weltkrebstages am 4. Februar aufmerksam und kündigt an, auch 2020 die Prävention beruflicher Krebserkrankungen im Fokus ihrer Aktivitäten zu behalten.

Hochgerechnet stehen etwa zehn Prozent der insgesamt 20.000 Krebstoten pro Jahr in Österreich mit der Arbeit in Zusammenhang. Viele dieser Fälle könnten durch die richtigen Schutzmaßnahmen im Umgang mit krebserzeugenden Stoffen am Arbeitsplatz verhindert werden. 2018 hat die AUVA dazu ihren Präventionsschwerpunkt "Gib Acht, Krebsgefahr!" gestartet. Das Ziel: Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Wissen zu Gefahren und Schutz vor krebserzeugenden Arbeitsstoffen zu vermitteln.

Der ursprünglich für zwei Jahre angesetzte Schwerpunkt wird 2020 fortgeführt, verlautbart Mag. Daniela Zechner, Direktorin der AUVA: "Jede berufliche Krebserkrankung ist eine zu viel. Diese Erkrankungen zu verhindern hat absolute Priorität. Ihrem Präventionsauftrag folgend, widmet sich die AUVA daher noch ein weiteres Jahr der Information und der Bewusstseinsbildung rund um krebserzeugende Arbeitsstoffe."


Prävention geht vor
Zechner weist auf die besondere Bedeutung der Prävention speziell beim Umgang mit gefährlichen Stoffen hin: "Je weniger sichtbar Gefahren sind, desto höher das Risiko, diese falsch einzuschätzen oder gar zu übersehen. Prävention ist überaus wichtig, nicht zuletzt deshalb, weil sich eine unbedachte oder fehlerhafte Handhabung dieser Stoffe oft erst Jahre später in Form einer schweren Erkrankung bemerkbar machen kann."

Neben menschlichem Leid verursachen berufliche Krebserkrankungen auch hohe volkswirtschaftliche Folgekosten. Laut der "Roadmap on Carcinogens", an der neben anderen Institutionen die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beteiligt ist, liegen diese Kosten EU-weit bei 2,4 Milliarden Euro pro Jahr.


Erfolge und Herausforderungen
Im Rahmen des Schwerpunktes wurden von der AUVA bisher über 100.000 Betriebsberatungen zu krebserzeugenden Arbeitsstoffen und 16 Veranstaltungen mit insgesamt rund 4.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Als Unterstützung für die österreichischen Unternehmen wurden acht neue Merkblätter für unterschiedlichste Branchen erstellt, Erklärfilme auf YouTube veröffentlicht und Onlinewerkzeuge (z. B. Arbeitsstoffverzeichnis) entwickelt. Für Ärztinnen und Ärzte setzte das Kampagnen-Team spezielle Informationsmaßnahmen zum

Thema Berufskrankheitenmeldung
"Unsere Kampagne ist bereits sehr erfolgreich. Wir möchten allerdings noch eine Reihe weiterer Herausforderungen angehen. So ist es etwa erforderlich, die Meldepraxis von Krebserkrankungen als Berufskrankheiten zu verbessern oder die Liste der Berufskrankheiten mit Blick auf die EU und die sich ändernde Arbeitswelt durch den Gesetzgeber zu überdenken. Wir begrüßen es daher sehr, dass die Modernisierung der Berufskrankheitenliste nun als konkretes Vorhaben im Regierungsprogramm 2020-2024 festgeschrieben wurde", sagt die AUVA-Direktorin. Auch nach dem Präventionsschwerpunkt dürfe dieses wichtige Thema nicht aus den Augen gelassen werden: "Gezielte Präventionsarbeit, wie sie die AUVA betreibt, verhindert potenziell schwere Erkrankungen. Das spart auch der österreichischen Volkswirtschaft viel Geld."

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website der AUVA unter:

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