Gesunde Arbeit

„Oida, hoit die Goschn, sunst hau i da den Feitel eine!“

Das gesellschaftliche Problem Gewalt

Solche und ähnliche Kraftausdrücke können sich KollegInnen in Dienstleistungsberufen, im Verkehrssektor, im Gesundheits- oder Sicherheitsbereich anhören. Ja, Gewalt ist ein gesellschaftliches und weltweites Problem, und nein, es ist kein Berufsrisiko.
Gewalt gegenüber Beschäftigten darf nicht toleriert werden.
Roman Hebenstreit, vida-Vorsitzender
Symbolbild Taschenfeitel Gewalt gegenüber Beschäftigten darf nicht toleriert werden.
Bild von Roman Hebenstreit Roman Hebenstreit, vida-Vorsitzender

Nahezu jede/r zweite ArbeitnehmerIn gibt an, schon eine Gewalterfahrung gemacht zu haben. Bei den Beschäftigten im Verkehrsbereich erhöht sich der Wert sogar auf 75 Prozent. Hier braucht es Maßnahmen und Hilfe für die Betroffenen. „Reden ist in diesem Fall Silber, nur Handeln ist Gold“, so meine Devise als vida-Gewerkschafter und Konzernbetriebsrat.

Verbale Gewalt in Form von Hänseleien oder Verspotten wird nicht immer eindeutig als Gewalt wahrgenommen. Entweder weil es bisher nicht angesprochen wurde oder weil unangenehme Situationen unter dem Motto „Das ist normal, das gehört zum Job“ hingenommen werden. Wir müssen sensibilisieren und den Beschäftigten Mut machen, derartige Vorfälle zu melden. Mit dem Weißen Ring und seinem Präsidenten Udo Jesionek haben wir einen tollen Partner gefunden.


Unsere Forderungen
Um Gewalt im Job zu bekämpfen, müssen in den Betrieben Leitlinien erarbeitet werden. Dazu gehört die explizite Klarstellung, dass Gewalt, Mobbing und (sexuelle) Belästigung gegenüber Beschäftigten nicht toleriert werden dürfen und bestraft werden müssen. Wir arbeiten an einer neuen Musterbetriebsvereinbarung, die an betriebliche Umstände angepasst werden kann. Zudem verlangen wir eine Änderung im Strafrecht: Jede Körperverletzung, die an einem Menschen während seiner Berufsausübung begangen wird, soll automatisch als schwere Körperverletzung verfolgt werden.

Prävention als Um und Auf
Führungskräfte müssen im Rahmen der verpflichtenden Unterweisung gemäß § 14 ArbeitnehmerInnenschutzgesetz in verantwortungsvoller MitarbeiterInnenführung ausgebildet werden. Aber auch für alle Beschäftigten sollte es Seminare zum Umgang mit Konflikten geben. Zusätzlich zu dem/der ArbeitsmedizinerIn und der Sicherheitsfachkraft sollten ArbeitspsychologInnen als dritte verpflichtende Präventivkraft gesetzlich verankert sein.

Mehr Personal für mehr Sicherheit
Einsparungen bei den Beschäftigten führen mitunter zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko für KundInnen und Beschäftigte. Die Gewerkschaft vida fordert daher ausreichend Personal. Der Ausbau der Videoüberwachung oder von Bodycams kann nur ein zusätzlicher Punkt sein, um dem Sicherheitsbedürfnis entgegenzukommen. Der Mensch bleibt der wichtigste Faktor.

Das sind nur einige Punkte unserer Zielsetzung zum Thema Gewalt im Job. Wir müssen einfach auch davon wegkommen, dass Dienstleistungs-, Gesundheits- und Verkehrsberufe gefährlich sind.

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