Gesunde Arbeit

Für eine gewaltfreie Pflege!

Das Thema Gewalt in der Pflege ist aktueller denn je. Neben der individuellen Verantwortlichkeit Einzelner verstärken auch die Organisation von Betreuung, die Qualität der Führung und Überforderung das Problem. Gewalt findet dort statt, wo Menschen – Betreuende und Betreute – alleingelassen werden.
Gegenseitiger Respekt und Würde als Eckpfeiler in der Pflege
Pflegerin gibt einer Frau ein Glas Wasser Gegenseitiger Respekt und Würde als Eckpfeiler in der Pflege

Es geht also um eine gemeinsame Gestaltung der Betreuungsbeziehung durch alle Beteiligten. Statt Skandalisierung braucht es eine inhaltliche Aufwertung und Attraktivierung des Pflegeberufs, wo Gewalt bereits in der Ausbildung thematisiert wird.

Das Thema „Gewalt“ ist im Pflegebereich noch immer ein Tabu. Mit dem Schwerpunkt „Gewaltfreie Pflege“ will die AK Salzburg ihre Mitglieder durch Aufklärung sowie Prävention schützen und das Thema offen ansprechen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pflegeberufen brauchen Strukturen, die ihnen neben der sogenannten Funktionspflege die Möglichkeit geben, Beziehungsarbeit zu den Pflegebedürftigen aktiv zu gestalten! Denn eines ist klar: Es liegt eine große Bandbreite zwischen dem Ignorieren einzelner Bedürfnisse und der tödlichen Medikamentenverabreichung. Auch das Ausleuchten dieser Graubereiche war Thema der AK-Veranstaltung „Gewaltfreie Pflege“.

AK-Gesundheitsreferentin Gabi Burgstaller: „Gewaltprävention muss bereits in der Ausbildung Thema sein. Führungskräfte sind verantwortlich für ein Klima der Offenheit und der Fehlerkultur, die politisch Verantwortlichen müssen durch ausreichend und richtig eingesetztes Personal die Rahmenbedingungen für gute Pflege schaffen.“


Menschen nicht alleinlassen
Gewalt muss dabei auf mehreren Ebenen betrachtet werden: Neben der Individualschuld bei Übergriffen sind weitere wichtige Faktoren zu beachten: hohes Organisationsverschulden, ein Versagen der kollegialen Führung und die Entmenschlichung durch Überforderung. Auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Pflegearbeit sind also zu berücksichtigen. Die Gerontologin Sonja Schiff: „Gewalt beginnt dort, wo Menschen in Krisen alleingelassen werden!“

AK Salzburg verstärkt Angebot
Es geht also vor allem um eine gemeinsame Gestaltung der Betreuungsbeziehung durch alle Beteiligten: gewaltfrei, ohne Übergriffe, unter Wahrung der Würde des meist alten Menschen. Fachseminare zur Gewalt in der Altenpflege und zur Deeskalation geben Pflegekräften konkretes Wissen und Handlungsanleitungen zur Verhinderung von Gewalt mit. Deshalb verstärkt die AK ihr diesbezügliches Angebot. Burgstaller: „Die übliche Skandalisierung ist der falsche Weg und erzeugt ein Klima der Angst. Wir brauchen aber eine Aufbruchsstimmung!“

Kontakt und Infos
Mag.a Gabi Burgstaller
Gesundheitsreferentin AK Salzburg
Tel.: 0662/86 87-410

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