Gesunde Arbeit

Salzburg: Gesunde Arbeitsplätze – Entlasten Dich!

Das Präventionsprogramm gegen arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen im Einzelhandel ist angelaufen. Interessierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte können sich nach wie vor für eine Teilnahme am Projekt melden.
Durch frühe und konsequente Prävention soll die Gesundheit der Beschäftigten im Einzelhandel erhalten bleiben.
Brotverkäuferin Durch frühe und konsequente Prävention soll die Gesundheit der Beschäftigten im Einzelhandel erhalten bleiben.

Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen und betreffen Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ganz Europa. In Österreich sind laut Fehlzeitenreport 2019 rund ein Fünftel aller Krankenstandstage auf Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen.

Das Referat Arbeitsbedingungen und ArbeitnehmerInnenschutz hat 2020 dieses Thema aufgegriffen und ein maßgeschneidertes Konzept für Beschäftigte in Handelsbetrieben erarbeitet, um dieser Problematik entgegenzuwirken.

Projekt-Umsetzung in 2 großen Einzelhandelsmärkten
Im Herbst 2020 fiel der Startschuss. Gemeinsam mit einer Trainingstherapeutin, Kollegin Sattlecker aus dem Referat Arbeitsbedingungen und ArbeitnehmerInnenschutz, und unter Einbindung der Arbeitsmedizinerin sowie des Betriebsrates wurde ein 4-stufiger Plan ausgearbeitet:

  1. Beobachtung und Dokumentation der Tätigkeit und Arbeitsabläufe vor Ort im Geschäft
  2. Tätigkeitsanalyse der auftretenden Belastungen, Analyse mittels Leitmerkmalmethode
  3. Workshops mit den Beschäftigten vor Ort, um konkrete Belastungen zu besprechen und eine Belastungsreduktion zu trainieren
  4. Funktionelle Trainingseinheit und eine Shiatsu-Behandlung

Es wurden folgende 9 Tätigkeitsfelder begutachtet:

  • Regalbetreuung
  • Lager
  • Feinkost
  • Kassa
  • Bäckerei Produktion
  • Bäckerei Verkauf
  • Restaurant Küche
  • Restaurant Produktion und Bedienung

Die Ergebnisse zeigen auf, dass folgende Bereiche massiv von Beschwerden betroffen waren:

  • Unterer Rücken
  • Füße (Arbeitsschuhe)
  • Wirbelsäule (Rotationen)
  • Seitliche Rumpfmuskulatur (durch seitliches Schieben und Ziehen)
  • Schulter- und Nackenbereich

Wie geht’s weiter?
Corona-bedingt kann erst im Frühjahr 2021 basierend auf den Tätigkeitsanalysen mit einem interaktiven Workshop am Arbeitsplatz fortgesetzt werden. Dabei wird es um die Demonstration zur richtigen bzw. gesundheitsschonenden Ausführung von Tätigkeiten und Vermeidung von Überlastungsschäden gehen. Bewegungskorrekturen erfolgen direkt am Arbeitsplatz.

Weiters soll in den Märkten einmal pro Woche ein funktionelles Training durch körpergewichtsbasierende Übungen zur Stärkung des Bewegungs- und Stützapparates vor allem der beanspruchten Stützmuskulatur angeboten werden. Als Extra-„Zuckerl“ erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Massagebehandlung im Betrieb. Für weitere interessierte Handelsbetriebe wird das Angebot auch 2021 aufrechterhalten, und wir hoffen, mit diesem Programm noch drei bis vier weitere Firmen erreichen und begleiten zu können.


Zielsetzung
Ziel ist die frühe und konsequente Prävention im Hinblick auf eine langfristige Gesunderhaltung der Beschäftigten. Durch enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsmedizinerin vor Ort sollen die Workshops durch die Trainingstherapeutin immer wieder in das betriebliche Gesundheitsförderungsprogramm einfließen. Darin geplant sind weitere Maßnahmen zur Einübung des neuen Bewegungsverhaltens. Die AK Salzburg will hierfür den Anstoß geben.

Interesse?
AK Salzburg, Referat Arbeitsbedingungen und ArbeitnehmerInnenschutz
karin.sattlecker@ak-salzburg.at

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